Die Britische Ärztekammer erklärte jüngst sogenannte "Konversionstherapien", also den Versuch, Homosexuelle in Heterosexuelle umzupolen, als unseriös und schädlich.
So lehnen über zwei Drittel der Ärzteschaft diese Therapieform ab und sprechen sich für ein Verbot dieser Behandlungen in ihrem Verhaltenskodex aus. Auch sollen zukünftig keine dieser Behandlungen mehr von der Krankenkasse bezahlt werden.
Dieser Beschluss folgte den Ausführungen von Patrick Strudwick, der durch seine Undercover-Tätigkeiten im Exgay-Umfeld Englands diese Behandlungspraxis an die Öffentlichkeit gebracht hat (wir berichteten exklusiv für Deutschland).
Strudwick hofft nun, dass Hilfesuchende früh genug erkennen mögen, dass es sich bei Konversionstherapeuten nur um gefährliche Scharlatane handelt, die den Ratsuchenden höchstens schaden aber nicht helfen können. Die verletzlichen und suchenden Menschen, die mit ihrer Sexualität unglücklich sind, mögen erkennen, dass es die Welt um sich rum ist, die sich ändern müsse, und nicht der Mensch an sich, der sich nicht ändern kann.
Befürworter der Exgay-Bewegung halten stets dagegen, dass der einzelne Patient ein Recht auf Selbstbestimmung habe und ihm dieses Recht - auch in Form von Konversionstherapien - nicht abgesprochen werden dürfe.
Link: The Independent - BMA declares that 'conversion therapy' for gays is harmful
BoxTurtleBulletin - BMA: Ex-Gay Therapy Should Not Be Funded By NHS
Samstag, 31. Juli 2010
Samstag, 24. Juli 2010
Roland Werner wird neuer CVJM Generalsekretär
Am 01. April 2011 übernimmt Dr. Roland Werner das Amt des Generalsekretärs beim CVJM in Deutschland. Werner studierte in Marburg Sprachwissenschaften und Theologie, gründete unter anderem den Marburger Christus-Treff und veröffentlichte 2009 eine neue Bibelübersetzung. In den 80er und 90er Jahren machte Werner allerdings als Ex-Gay Schlagzeilen. Er leitete Seminare wie "Auswege aus der Homosexualität" oder schrieb Bücher wie etwa "Homosexualität - ein Schicksal?", in denen er Homosexualität als heilbare Krankheit darstellt. Heute sitzt Werner im Wissenschaftlichen Beirat der Exgay-Organisation "Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG)" der "Offensive Junger Christen".
Den homosexuellen Freunden des CVJM stehen auch weiterhin keine leichten Zeiten bevor, werden sie sich auch zukünftig mit Ablehnung, Veränderungsdruck und Hass konfrontiert sehen. Ein Teilnehmer von Werners Seminaren äußerte sich folgendermaßen:
Es gab zwar keinen direkten psychischen Druck, aber die Grundaussage war klar: Homosexualität ist auf jeden Fall etwas Schlechtes...
Kommentiert: Gaywest - Roland und die Hand Gottes
StevenMilverton - Bildungsreise mit Roland Werner und dem CVJM in die USA – Schwulenhass für 99 $ inbegriffen
Links: CVJM - Dr. Roland Werner neuer Generalsekretär des deutschen CVJM
taz - "das ist psychische Vergewaltigung!"
Mission: Aufklärung
Erstmalig - seit Bestehen des ExGay-Observers - wurde ein deutsches Projekt zur Aufklärung über sogenannte Homoheiler ins Leben gerufen:
Mit dem Netzwerk „Mission Aufklärung“ soll aber nicht nur über die Machenschaften der vermeintlichen Homoheiler informiert werden:
Das Angebot wird vom LSVD getragen. Wir freuen uns über dieses neue Hilfsportal sehr, und sehen uns in unserer Aufklärungsarbeit bestärkt.
Link: Mission Aufklärung
Kommentiert: Queer.de - LSVD verstärkt Kampf gegen 'Homo-Heiler'
hpd.de - "Mission Aufklärung" gegen "Homo-Heiler"
dbna - Aufklärung gegen "Homoheiler"
Auch in Deutschland machen sich evangelikale, fundamentalistische Organisationen breit, die behaupten, Homosexualität sei veränderbar oder therapierbar. Sie nutzen die Nöte von jungen Menschen und die christlichen Werte zur Verbreitung homophober Ideologien.
Mit dem Netzwerk „Mission Aufklärung“ soll aber nicht nur über die Machenschaften der vermeintlichen Homoheiler informiert werden:
Wir wollen auch Betroffenen, etwa homosexuellen Christen, die in die Fänge von „Umpolern“ geraten sind, Alternativen und Möglichkeiten des Ausstiegs aufzeigen.
Das Angebot wird vom LSVD getragen. Wir freuen uns über dieses neue Hilfsportal sehr, und sehen uns in unserer Aufklärungsarbeit bestärkt.
Link: Mission Aufklärung
Kommentiert: Queer.de - LSVD verstärkt Kampf gegen 'Homo-Heiler'
hpd.de - "Mission Aufklärung" gegen "Homo-Heiler"
dbna - Aufklärung gegen "Homoheiler"
Dienstag, 27. April 2010
Soul survivors
Ryan Kendall, Christine Bakke und Dan Gonzales berichten von ihrem jahrelangen Märtyrium in evangelikal-christlichen Exgay-Therapien ("Umpolen der Sexualität").
Artikel auf englisch:
http://outfrontcolorado.com
In Deutschland bieten Wüstenstrom und Living Waters vergleichbare Behandlungen an, das "Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft" wirbt für solche Exgay-Methoden, evangelikale Freikirchen und christliche Organisationen verharmlosen und ignorieren dabei die potenziellen Schäden, von denen Hunderte sogenannter "Ex-Gay-Überlebender" bisher berichtet haben.
Artikel auf englisch:http://outfrontcolorado.com
In Deutschland bieten Wüstenstrom und Living Waters vergleichbare Behandlungen an, das "Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft" wirbt für solche Exgay-Methoden, evangelikale Freikirchen und christliche Organisationen verharmlosen und ignorieren dabei die potenziellen Schäden, von denen Hunderte sogenannter "Ex-Gay-Überlebender" bisher berichtet haben.
Mittwoch, 14. April 2010
Uganda: Unterschriften offiziell übergeben
Wir sagen den über 450.000 Unterzeichnern danke, die sich mit ihrer Stimme gegen die Unmenschlichkeit in Uganda stark gemacht haben (wir berichteten). Über die Brisanz der Menschenrechte in Uganda berichteten wir hier.
Gemeinsam mit religiösen Führern und Menschenrechtsaktivisten wurde in einer einstündigen Sitzung eine Petition mit den Unterschriften an den Sprecher des Parlaments von Uganda übergeben. Eine beispiellose Mobilisierung der Öffentlichkeit gegen ein Gesetz, das die Todesstrafe für Homosexuelle in Uganda vorsehen würde.
Links: Daily Monitor - 450,000 sign to kill anti-gay bill
Voice of America - Petition against Anti-Gay Bill delivered
Gemeinsam mit religiösen Führern und Menschenrechtsaktivisten wurde in einer einstündigen Sitzung eine Petition mit den Unterschriften an den Sprecher des Parlaments von Uganda übergeben. Eine beispiellose Mobilisierung der Öffentlichkeit gegen ein Gesetz, das die Todesstrafe für Homosexuelle in Uganda vorsehen würde.
Links: Daily Monitor - 450,000 sign to kill anti-gay bill
Voice of America - Petition against Anti-Gay Bill delivered
Freitag, 5. März 2010
Peterson Toscano berichtet ausführlicher über seine Ex-Gay-Vergangenheit
17 Jahre lang lebte Peterson Toscano als Ex-Gay seinen täglichen Kampf gegen die Homosexualität. Heute ist er einer der bedeutendsten Ex-Gay-Überlebenden ("Ex-Ex-Gay") und berichtet länderweit über die Praxis der Ex-Gay-Organisationen in Amerika und Europa. Das englische WINQ-Magazine veröffentlicht nun ein mehrseitiges Interview, in dem Toscano über seine Ex-Gay-Zeit spricht als Streetworker, Ehemann, seinen Glauben und sein Sexleben. Auszugsweise hier ein Text über dessen Zeit beim Nyack College (eine christliche und missionarische Hochschule), und die ersten Streifzüge in die Welt der Gays und Ex-Gays in New York während der AIDS-Krise der frühen 80er Jahre: Und so fingen sie an, die Sitzungen ausgewählter Bibelstudien und Gebetszeiten. Er wurde von seinen Mitschülern erstaunlich gut akzeptiert, die ihn in seinem Kampf gegen seine Sexualität ermutigten. In einer weitläufigen und einsamen Stadt war Peterson froh, eine liebevolle und unterstützende Community in der Hochschule zu haben, die alle von seinem 'Problem' wussten und seinen Einsatz bewunderten, wie er es anging. Als christliche Hochschule ermunterte das Nyack College die Studenten, an den Outreach-Aktivitäten teilzunehmen. Er und seine Kollegen würden jede Samstag nacht im Greenwich Village Zeugnis geben, um die Seelen im Herzen des New Yorkers Schwulenbezirk zu erretten. Während dieser Zeit der Furcht wurden sie erstaunlich gut in der Community aufgenommen, und Peterson erinnert sich: "Unsere Bibeltreffs waren voll - dutzende Leute kamen, die alles taten um nicht schwul sein zu müssen. Während Aids die örtliche Community verwüstete, hatten wir das Gefühl als hätten wir unsere eigene Arche Noah geschaffen, und sammelten nun all diese Homosexuellen, um sie vor dem Sex zu beschützen. Das alles mit den besten Absichten - und selbst heute gibt es geoutete, glückliche homosexuelle Menschen, die glauben, dass sie als Teil dieses Dienstes ihr Leben bewahrt haben." Peterson schloss sich Life Ministries an, die die Nyack-Mission innerhalb der Gay-Community unterstützte, wo er dann das erste mal von Exodus hörte - der nationalen Dachorganisation aller Gruppen, die sich zum Ziel setzen, Menschen aus der Homosexualität herauszuhelfen. Heute beinhaltet diese Organisationen über 230 Ex-Gay-Gruppen weltweit.Auf seiner Homepage warnt Toscano nochmals eindringlich vor einer Umpolungstherapie bei einer der Ex-Gay-Organisationen:
Ich weise noch einmal auf das große Leid hin, das entstehen kann, wenn versucht wird, die Sexualität eines Menschen zu verändern oder zu unterdrücken. Ich gründe diese Warnung auf die persönlichen Gespräche mit über 1.500 Menschen, die mir einen Umriss ihres Leidens geschildert haben, das sie erfahren haben als Folge ihrer Zeit in der Ex-Gay-Behandlung und in einer Welt, die darauf besteht, dass man als Hetero mehr wert ist. Das sind Lügen. Du bist eine Person von großartigem Wert, und du kannst in dieser Fülle leben, einfach indem du autentisch bist und ehrlich und in der Realität bleibst.Download vollen Artikel (englisch):
Links: Peterson Toscano - TMI Everything You Ever Need Know about my Ex-Gay Past
FAZ - Entschwulung zum Ehemann
Donnerstag, 4. März 2010
Widdert: Homosexualität von Gott gewollt?
Die Evangelische Kirche Widdert (bei Solingen) lud am 28. Februar zum Domino-Gottesdienst ein mit dem Thema "Wenn Liebe anders ist - Ist Homosexualität von Gott gewollt?"Dazu befragt wurde D. Neidhardt von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche e. V. (HuK). Die ca. 100 Besucher erlebten einen sehr musikalischen und herausfordernden Gottesdienst, denn das Thema Homosexualität und Christsein wurde direkt angepackt: "wann" ist so etwas "normal", wie die Bibel richtig und wie sie falsch gelesen werden könne, und um was es Jesus letztenendes wirklich ging. Die Botschaft war ein Appell an die gelebte Nächstenliebe, die Gemeinde heiße daher jeden willkommen. In seiner Predigt berichtete der Gemeindepastor von seiner ersten Begegnung mit einem schwulen Kommilitonen, und wie dessen Outing in der Gruppe ein Umdenken bewirkte. Plötzlich waren das nicht "alles Kranke und Sünder", plötzlich war "es" in Form eines ganz normalen Menschen unter ihnen.
Mittwoch, 3. März 2010
Ärzte wollen noch heute Schwule 'bekehren'
Der Medical Tribune berichtet kurz von Professor Michael Kings Auftritt auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde:"Seelenärzte möchten Schwule bekehren"
Das gibt‘s auch heute noch ...
Medical Tribune Bericht
BERLIN – Dass Homosexualität keine behandlungsbedürftige „Krankheit“ ist, weiß heute jeder – oder doch nicht?
Vieles ist in der Vergangenheit versucht worden, um Homosexuelle doch noch irgendwie „umzudrehen“. Vor allem verschiedene Formen einer Aversionstherapie, bei denen die Patienten beim Anblick homoerotischer Bilder mit Elektroschocks oder Emetika (Brechmittel) gequält wurden, gehörten zum therapeutischen Arsenal. Aber auch mit „systematischer Desensibilisierung“ oder „Training sozialer Fähigkeiten“ versuchte man Homosexuelle zu „heilen“.
Aus Schwulen und Lesben Heteros machen ...
All diese Methoden haben zweifellos viel Leid über die Betroffenen gebracht, sagte Professor Dr. Michael King vom Department of Mental Health Sciences, Royal Free Campus London, auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde. Spätestens seit den 80er-Jahren sind diese „Therapieversuche“ ausgestorben und sollten zur Medizingeschichte gehören. Die Ergebnisse einer Umfrage bei britischen Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiatern werfen hier jedoch Zweifel auf. Auf die Frage, was sie mit einem Patienten machen würden, der eine Änderung seiner sexuellen Orientierung wünscht, gaben 4 % an, einen entsprechenden Therapieversuch zu wagen. Weitere 10 % meinten, sie würden den Patienten zu diesem Zweck an einen versierteren Kollegen überweisen.
Sozialer Druck sorgt für Behandlungswunsch
Einer von sechs Kollegen gab zu, es selbst schon einmal versucht zu haben. Keineswegs handelte es sich hierbei um „Altlasten“. 92 % dieser „Therapieversuche“ bei insgesamt 413 Patienten waren nach den 80er-Jahren erfolgt, ohne dass sich über die Jahre eine abnehmende Tendenz erkennen ließ. Und worin lagen die Gründe für den Therapiewunsch des Patienten? In 57 % der Fälle gaben die Behandler eine Verwirrtheit der Patienten über die sexuelle Orientierung an. Als weitere Gründe wurden u.a. genannt: sozialer Druck in der Familie, psychische Probleme und religiöse Überzeugungen. In 66 % der Fälle beließen es die Kollegen bei Beratungsgesprächen. 14 % der Patienten wurde eine Psycho- und 15 % eine Verhaltenstherapie angeboten. Medikamente kamen bei zehn Patienten (2 %) zum Einsatz. Die Untersuchung macht deutlich, dass bei einer gar nicht so kleinen Minderheit der Psychiater und Psychotherapeuten die Idee der „behandelbaren Homosexualität“ immer noch in den Köpfen herumgeistert, meinte Prof. King.
Leben Homosexuelle in Uganda wirklich so gefährlich?
Liest man über Ugandas neuen Gesetzesentwurf, Homosexuelle und deren Freunde wegzusperren oder zu töten, dann mag man gar nicht glauben, dass so etwas in diesem christlichen afrikanischen Land drohende Wirklichkeit ist (wir berichteten). Bisher ist man derart hässliches Denken nur aus islamistischen Ländern gewohnt. US-Evangelikale haben voriges Jahr bei einem Kongress selbst dazu inspiriert, die Homosexualität aus Uganda auszulöschen. Nach weltweiter Kritik kommen manche nun doch zum Nachdenken, einzelne Evangelikale distanzieren sich nun von dem "Kill-Gays"-Gesetzesentwurf, angeblich hätten sie die Macht ihrer eigenen Worte unterschätzt, heißt es. Dass dies erst später zugegeben wird ist tatsächlich bedenklich, wirft dies doch kein gutes Licht auf die Evangelikalen, die dafür bekannt sind, Homosexuelle entweder umtransformiert oder wenigstens nicht als so störend zu wissen (siehe Links unten).
Genau deshalb ist Martin Ssempa, evangelikaler Pastor aus Uganda, so für das "Kill-Gays"-Gesetz: Er glaubt fest daran, dass Homosexuelle aus dem Westen importiert worden sind, um die Gesellschaft in Uganda zu zerstören, und um das zu beweisen, zeigt er seinen Mitstreitern öffentlich Gaypornos. Zusammen mit Christen und Moslems spornt er zu Kundgebungen an, in denen er zum Gebet gegen Homosexuelle aufruft und sie symbolisch in Grund und Boden stampft. Dass die US-Evangelikalen der ExGay-Bewegung das nicht gewusst haben wollen, will man ihnen kaum abnehmen. Interessant: Gestern wurde ein großer inhaltlicher Teil des Blogs von Ssempa gelöscht. Passagen, die beweisen sollten, wie Homosexuelle Kinder rekrutierten und Gottes Ordnung zerstörten.
Auszüge aus der Presse:
Es gibt immer noch die Möglichkeit, eine weltweite Petition für Menschenrechte in Uganda mit zu unterzeichnen, bisher wurden knapp 500.000 Unterschriften abgegeben: hier unterschreiben!
Links: Süddeutsche Zeitung - "Mein Vater würde mich erschlagen"
evangelisch.de - US-Evangelikale gegen Todesstrafe für Schwule
die Presse - Kreuzzug gegen Homosexuelle in Uganda geht weiter
Telepolis - Auf den letzten Metern
BBC - Uganda cleric shows gay porn film
BoxTurtleBulletin - Slouching Towards Kampala: Uganda's Deadly Embrace of Hate
Kommentiert: Truth Wins Out - Martin Ssempa, Blogging?
ExGayWatch - Christianity Today on Uganda: Condemnation Violates Human Rights
BoxTurtleBulletin - Will Gay Porn Becomes Christianity's New Recruiting Tool?
BoxTurtleBulletin - Group Presents Petition Against Anti-Gay Bill to Ugandan Parliament
Genau deshalb ist Martin Ssempa, evangelikaler Pastor aus Uganda, so für das "Kill-Gays"-Gesetz: Er glaubt fest daran, dass Homosexuelle aus dem Westen importiert worden sind, um die Gesellschaft in Uganda zu zerstören, und um das zu beweisen, zeigt er seinen Mitstreitern öffentlich Gaypornos. Zusammen mit Christen und Moslems spornt er zu Kundgebungen an, in denen er zum Gebet gegen Homosexuelle aufruft und sie symbolisch in Grund und Boden stampft. Dass die US-Evangelikalen der ExGay-Bewegung das nicht gewusst haben wollen, will man ihnen kaum abnehmen. Interessant: Gestern wurde ein großer inhaltlicher Teil des Blogs von Ssempa gelöscht. Passagen, die beweisen sollten, wie Homosexuelle Kinder rekrutierten und Gottes Ordnung zerstörten.Auszüge aus der Presse:
Was sie tue, sei des Teufels, schreien religiöse Eiferer. Die Frau mit den Rastalocken und der Baseballkappe ist homosexuell. Sie lebt gefährlich in diesem Land, weil Fundamentalisten, evangelikale Gruppen und einflussreiche Politiker lautstark gegen Schwule und Lesben hetzen. Und ein neues Gesetz fordern, das die Homosexuellen noch stärker kriminalisiert als bisher. Dass Schwule und Lesben in Uganda, wie auch in vielen anderen Ländern Afrikas, diskriminiert werden, ist nicht neu - neu sind die Schärfe und Aggressivität, mit der die angeblichen Hüter der afrikanischen Moral nun gegen diese sexuelle Minderheiten zu Felde ziehen.
In Uganda stehen Leute wie Martin Ssempa an der Spitze der Bewegung. An einem bewölkten Nachmittag hüpfte der Pastor, ein Führer der Wiedergeborenen-Bewegung, auf einem hohen Podest am Taxibahnhof der Stadt Jinja herum. Er trägt einen schwarzen Talar, mit zwei roten Kreuzen auf der Brust. Dazwischen leuchtet ein Button: "Uganda against Sodomy". Neben ihm steht ein islamischer Religionsführer. Unten auf dem Platz lauschen einige hundert Demonstranten. Und Ssempa gerät mächtig in Fahrt. "Homosexualität ist das Böse", brüllt er ins Mikrofon. Afrika müsse sich davor schützen. Dann trampelt er auf den Boden, und alle machen mit. Immer wieder. Das Böse muss ja jetzt zertreten werden.
Ssempa, der Demagoge: Er sagt, dass der Westen von Homosexuellen schon übernommen worden sei. Er setzt sie mit Pädophilen gleich. Er behauptet, dass Ugander von Homosexuellen aus dem Ausland "rekrutiert" würden. Menschenrechte? Schutz von Minderheiten? "Ich sage Ihnen was: Unser Recht ist es, unsere Kinder vor dem Bösen zu schützen."
Bei Pressekonferenzen zeigt er gerne homosexuelle Pornos. Dazu schneidet er die wildesten Grimassen, um seine Abscheu auszudrücken. Er wirkt manchmal wie ein Clown, aber das alles ist todernst. Ssempa versteht es, Stimmung zu machen für seine Sache, und zu hetzen wie kaum ein anderer in Kampala. (Süddeutsche)
Nach der internationalen Empörung über das geplante Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda haben auch konservative evangelikale Christen in den USA das Vorhaben verurteilt. Dabei haben sie selbst mit ihrer homofeindlichen Einstellung den Boden für das Gesetz bereitet.
Der Entwurf für das Gesetz entstand, nachdem in der Hauptstadt Kampala im März 2009 ein Seminar von evangelikalen Christen aus den USA stattgefunden hatte, in dem die Heilung von Homosexualität gepredigt wurde. Mit dabei: der ugandische Parlamentarier David Bahati, der die Vorlage im Oktober im Parlament einbrachte.
Sollte das Gesetz, das auch die Todesstrafe vorsieht, in Kraft treten, würde Uganda zu den gefährlichsten Länder für Homosexuelle gehören. Der aus Sambia stammende anglikanische Pastor Kapya Kaoma sagte dem epd, konservative Evangelikale hätten ihren "Kulturkrieg" gegen Homosexualität nach Afrika exportiert, vor allem nach Uganda, Kenia und Nigeria. Beim US-Politikforschungsinstitut "Political Research Associates" veröffentlichte Kaoma eine Studie über die engen Verbindungen US-amerikanischer Kirchen zu Anti-Homosexuellen-Kampagnen in Afrika.
Bei ihrer Verurteilung von Homosexualität hätten die US-Amerikaner die Macht ihrer Worte vielleicht unterschätzt, sagte Kaoma. In den USA würden homosexuell orientierte Menschen durch Gesetze geschützt, in Afrika vielerorts aber nicht. Die Warnungen aus den USA gälten "vielen Afrikanern als Evangelium, nicht als Meinung" (evangelisch.de)
Richtig gelesen: Die sexuelle Orientierung kann in Uganda möglicherweise demnächst über das Recht auf Leben entscheiden. Selbstverständlich hat dieses Gesetzesvorhaben bei den Schwulen und Lesben Ugandas absolutes Entsetzen hervorgerufen, und auch im Ausland ist die Angelegenheit mit Aufmerksamkeit beobachtet worden. Das ist auch nur recht und billig, denn einige der religiös inspirierten Schwulenhasser, die hier ihre Dummheit in Gesetzesform gießen wollen, kommen gar nicht aus Uganda, sondern unter anderem aus den USA. (heise.de)
Es gibt immer noch die Möglichkeit, eine weltweite Petition für Menschenrechte in Uganda mit zu unterzeichnen, bisher wurden knapp 500.000 Unterschriften abgegeben: hier unterschreiben!
Links: Süddeutsche Zeitung - "Mein Vater würde mich erschlagen"
evangelisch.de - US-Evangelikale gegen Todesstrafe für Schwule
die Presse - Kreuzzug gegen Homosexuelle in Uganda geht weiter
Telepolis - Auf den letzten Metern
BBC - Uganda cleric shows gay porn film
BoxTurtleBulletin - Slouching Towards Kampala: Uganda's Deadly Embrace of Hate
Kommentiert: Truth Wins Out - Martin Ssempa, Blogging?
ExGayWatch - Christianity Today on Uganda: Condemnation Violates Human Rights
BoxTurtleBulletin - Will Gay Porn Becomes Christianity's New Recruiting Tool?
BoxTurtleBulletin - Group Presents Petition Against Anti-Gay Bill to Ugandan Parliament
Montag, 1. März 2010
Nach dem Umpoler-Kongress in Belfast
Der irische Independent berichtet kurz über die Exgay-Konferenz in Belfast, die von der Umpolungsorganisation "Core Issues" geleitet wurde, zu der Strudwicks "Stop Conversion Therapy Taskforce" zu Protesten aufgerufen hat:Ich bin schwul und diese Leute behaupten, sie könnten mich heilen
Heute bin ich schwul - und wütend
von Declan Cashin, Irish Independent
Ich heiße Declan, und scheinbar habe ich eine große emotionale, möglicherweise psychische Störung: Homosexualität. Ich bin heute wohl deshalb ein schwuler Mann, weil ich entweder depressiv und einsam bin, in meiner Kindheit 'verletzt' worden bin, oder weil einfach nur Gott in tiefstem Herzen fehlt.
Aber Hilfe naht in Form von Organisationen, die behaupten, sie könnten Homosexualität "heilen" oder "in Ordnung bringen", durch eine Kombination von Psychotherapie und Gebet. Vergangenes Wochenende fand eine Konferenz in Belfast statt, die von "Core Issues" organisiert worden war, einer evangelikalen christlichen nordirischen Gruppe, die die sogenannten "Konversionstherapien" oder "reparativen Therapien" fördert.
Hauptredner bei der Veranstaltung war Pastor Mario Bergner, ein anglikanischer Prediger aus Chicago, der behauptet, von der Homosexualität und "elf Aids-Symptomen" durch die Kraft des Gebetes geheilt worden zu sein. Heute ist er, wie er sagt, glücklich verheiratet und hat fünf Kinder.
Die Konferenz wurde von Dr. Mike Davidson geplant, seinem Profil nach ein Lehrling als Psychodrama-Psychotherapeut und Mitglied der British Association of Psychodrama (die im britischen Rat für Psychotherapie eingetragen ist).
Dr. Davidson, selbst ein ehemaliger Homosexueller, erklärt: "Eine lange Zeit waren meine homosexuellen Gefühle absolut natürlich für mich. Allerdings wurden andere Sehnsüchte, wie der Wunsch ein Kind zu zeugen, und eine Frau zu lieben und von ihr geliebt zu werden, immer bedeutender für mich. Noch wichtiger ist, dass nach 200 Jahren jüdisch-christlicher Tradition und 150 Jahren eines wichtigen Zweiges der psychologischen Forschung erkannt wurde, dass Homosexualität weder angeboren noch unveränderlich ist."
Dr. Davidson sagt, dass Core die Homosexualität nicht als Erkrankung oder psychische Krankheit sehe, sondern vielmehr als ein 'sozio-politisches Konstrukt', das die menschliche Sexualität in homo-, hetero- oder bisexuell eingrenzt.
"Wir glauben, dass alle Menschen das Recht haben sollten, sich in den Fragen ihrer sexuellen Identität selbst identifizieren zu dürfen", sagt Dr. Davidson. "Die Leute, die schwul sein möchten, haben auch das Recht dazu so zu sein. Warum sollte Menschen, die nicht homosexuell sein wollen, nicht geholfen werden, sie bei ihrer Identitätssuche zu unterstützen, mit der sie sich wohlfühlen?"
Für mich persönlich ist das ein schwieriges Thema, über das ich hier schreibe, weil ich das Konzept der homosexuellen Konversionstherapie - oder wie sie das auch immer nennen möchten - zutiefst anstößig und beleidigend finde, geschweige denn absolut unethisch, wenn das von Psychotherapeuten so gebilligt wird.
Die Vorstellung, dass Religion eine 'Heilung' der Homosexualität anbieten könne, dass es nicht als Teil der menschlichen Natur gefeiert werden kann, und dass es sich nicht um ein natürliches Phänomen in der Natur handele - auf was fast alle wissenschaftliche Erkenntnisse (die von Core nicht akzeptiert werden) hindeuten - ist in meinen Augen abstoßend, irrsinnig, und ein Rückschritt ins Mittelalter.
Ganz abgesehen von meiner eigenen Abneigung stellt die homosexuelle Konversion ein Problem dar, das es zu erforschen gilt, weil es, um es gelinde auszudrücken, nicht sehr hilfreich ist, die Akzeptanz Homosexueller in der Gesellschaft weiter voranzutreiben, oder wie in diesem Falle, in der Religion.
Bis heute gibt es kaum Anzeichen, dass derartige Organisationen oder Therapeuten ihre Dienste in Irland anbieten, aber mit einer zunehmenden Bewegung im Norden, in Großbritannien und den USA, gehen prominente Persönlichkeiten im irischen Gay-Support-Netzwerk keine Risiken ein.
"Es wuchert im Norden und im Vereinigten Königreich Englands, und hier ist es eine ferne Bedrohung, deshalb arbeiten wir mit professionellen Einrichtungen wie der Hochschule für Psychiater in Irland, um klare Leitlinien für Psychiater und Psychotherapeuten zu entwickeln", sagt Odhran Allen, Direktor der Strategie für Psychische Gesundheit mit dem Schwulen und Lesben-Netzwerk für Gleichheit (GLEN).
Der schwule britische Journalist Patrick Strudwick verbrachte einige Monate damit, die Homo-Hetero-Konversionstherapie zu untersuchen, und unterzog sich der "Behandlung" zweier Psychotherapeuten, die keinen Hehl aus ihrer Auffassung machten, dass Homosexualität fernab des Natürlichen wäre, sondern vielmehr eine Kombination aus "psychischer Krankheit, Suchtverhalten und antireligiöses Phänomen".
Die Therapeuten führten Strudwicks Sexualität zurück auf Depression und unzureichender Erziehung, und gingen sogar so weit zu behaupten, dass Patrick nur deshalb schwul sei, weil er als Kind missbraucht worden sei (was nicht stimmt).
Seit der Veröffentlichung dieser Ergebnisse werden beide Therapeuten vom Britischen Verband der Berater und Psychotherapeuten (BACP) untersucht.
"Was diese Praxis so gefährlich macht ist diese große Unehrlichkeit darüber," sagt Strudwick, der seitdem eine Anti-Konversionskampagne gegründet hat, die Stop Conversion Therapy Taskforce (SCOTT).
"Konversionstherapeuten verkaufen das ganze als einen Dienst, der denjenigen angeboten wird, die aus ihrer freien Wahl nach Hilfe fragen. Dieses Angebot wird immer lächelnd warmherzig übermittelt, und wenn sie dann tätig werden, versteht man wie eine gefährdete Person da hineingelockt werden kann", berichtet er.
Das wirft einen entscheidenen Punkt auf: dass nämlich Menschen freiwillig diese Organisationen und Einzelpersonen aufsuchen, so dass es eine Nachfrage für Reparative Therapie geben muss. "Nur weil ein Klient zu einem Therapeuten kommt auf der Suche nach etwas, bedeutet das nicht, dass er das automatisch bekommen sollte", erwidert Strudwick.
"Das ganze ist vergleichbar mit einer schwarzen Person, der zu einem Therapeuten kommt und ihn bittet, weiß zu sein. Ein Therapeut wird dieser Person nicht einfach so eine Flasche Hautbleichmittel überreichen. Das pathologisiert weiter diese Angst, und bestätigt dem Patienten, dass mit ihm etwas nicht stimmt, wenn doch tatsächlich die Überzeugung an sich das wahre Problem ist."
Die 'Behandlung' funktionierte bei Strudwick nicht, auch wenn er zugibt, dass es ihnen zu der Zeit gelang, ihn unterschwellig zu bearbeiten. "Diese hässlichen kleinen Nachrichten drängen sich bis ins Unterbewusstsein durch," räumt er ein.
"Sie kommen mit dieser ganzen Geschichte an, die sexuellen Gedanken analysieren zu müssen, und warum man sich zu Männern hingezogen fühlt, an was ich vorher nie gedacht hätte, später einmal zu tun."
Was die Effektivität der Schwulenkonversion angeht, so räumt Dr. Davidson von Core ein, dass es "Rückfälle" gibt.
"Es gibt mit jedem immer das Problem der Beibehaltung, wie die Sexualität in einer Weise gelenkt werden kann, die sich von der früheren gelebten Art unterscheidet," sagt Davidson.
"Aber wir tun diesen Menschen Unrecht, wenn wir ihnen sagen, sie seien nur 'Bi' oder 'unterdrückt'. Sie haben genauso das Recht, sich auszurichten wie sie es möchten - genau das gleiche Recht wie jemand, der sich als 'schwul' identifizieren möchte."
Links: ExGayWatch - UK: SCOTT Protests Mario Bergner ExGay-Conference
gaelick - Protests in County Down as Ex-Gays meet
The Independent - Christian 'homosexual cure' conference sparks protests
PinkNews - Anti-Gay cure group to protest outside Christian convention
BoxTurtleBulletin - UK Gay activist seeks to remove ex-gay therapist' license
Kommentiert: gaywest - Vom Recht auf Heterosexualität
Samstag, 27. Februar 2010
Plumb - Hang On!
Die christliche Sängerin Plumb bringt derzeit mit ihrer aktuellen Single "Hang On!" ("Halte fest!") für manch Mutlosen oder Niedergeschlagenen einen Hoffnungsstrahl.Auf den amerikanischen Tanzflächen schlug der Song ein und erreichte die Spitzenposition 1 in den US Billboard Hot Dance Club Charts. Das hat uns gut gefallen.
Mit Ausschnitten aus dem Spielfilm "Prayers For Bobby" (in dem der Hauptdarsteller aufgrund des religiösen Drucks an seiner Sexualität verzweifelt und sich das Leben nimmt) wirkt der Song wie ein eindringliches Plädoyer: Halte durch, und gib niemals auf!
Songtext:
hang on when the water is rising / hang on when the waves are crashing / hang on just don't ever let go
i'm so stubborn, it's how i got here / so alone, feels like forever / wanna swim away / and breath the open air / I feel so afraid / then I hear you say
hang on when the water is rising / hang on when the waves are crashing / hang on just don't ever let go
I'm so hungry, how can I stay here / I'm starving for what I hold so dear / like a huricane / takes everything from me, wake me from this dream
hang on when the water is rising / hang on when the waves are crashing / hang on just don't ever let go / hang on when you are barely breathing / hang on when your hearts still beating / hang on just don't ever let go
three days, thirty years / so hopeless doesn't matter /don't say it's too late / if you blink your eyes / the sun is rising / the sun is rising
hang on when the water is rising / hang on when the waves are crashing / hang on just don't ever let go / hang on when you are barely breathing / hang on when your hearts still beating / hang on just don't ever let go
deutsch:
Halte durch! Wenn das Wasser steigt / Halte durch! Wenn die Wellen tosen / Halte durch! Lass niemals los!
Ich war so stur, jetzt bin ich hier. Diese Einsamkeit fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Möchte davonschwimmen, diese grenzenlose Weite spüren. Ich fühle mich so ängstlich, bis ich dich sagen höre:
Halte durch! Wenn das Wasser steigt / Halte durch! Wenn die Wellen tosen / Halte durch! Lass niemals los!
Ich habe solchen Hunger. Wie kann ich nur hier bleiben. Ich bin am Verhungern für was mir so am Herzen liegt. Wie in einem Orkan verliere ich alles, erlöse mich von diesem Traum.
Halte durch! Wenn das Wasser steigt / Halte durch! Wenn die Wellen tosen / Halte durch! Lass niemals los! / Halte durch! Wenn du kaum noch atmen kannst / Halte durch! Wenn du dein Herz immer noch schlagen spürst / Halte durch! Lass nur niemals los!
Drei Tage und dreißig Jahre lang so ohne Hoffnung, aber das zählt nicht! / Sage nicht, dass alles zu spät ist! Denn mit dem nächsten Augenschlag geht wieder die Sonne auf
Freitag, 26. Februar 2010
Demnächst Todesstrafe für Homosexuelle in Uganda?
Aus gegebenem Anlass eine kurze Information über die Lage Homosexueller in Uganda:
Die ugandische Regierung plant mit ihrem Gesetzesentwurf, dem "Kill-Gays-Gesetz", Homosexualität zukünftig zu "verbieten" und mit dem Tode zu bestrafen. Die christlichen Politiker Ugandas sehen in Homosexualität perverses unnatürliches Verhalten, das aus westlichen Industrieländern importiert wurde, um die ugandische Gesellschaft zu zersetzen. Menschenrechtsorganisationen schlagen weltweit Alarm über den Gesetzesentwurf, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu töten. Brisant wurde die Angelegenheit zusätzlich, nachdem sich herausstellte, dass christliche Führer der amerikanischen Ex-Gay-Bewegung an diesem Gesetzesentwurf mitwirkten und Politiker anspornten, ihn umzusetzen. Homosexuelle sollten vielmehr "geheilt" werden, oder aber exekutiert.
Wir unterstützen daher die weltweite Petition für Menschenrechte, gegen die Unterdrückung und Tötung von Minderheiten vorzugehen.
HIER UNTERSCHREIBEN!
Nahezu eine halbe Million Unterschriften wurden bisher gesammelt, das ist aber noch nicht genug. Die Extremisten verstärken ihre Rhetorik – ein Pastor scheut sich nicht, homosexuelle Pornographie zu zeigen, um den Zorn aufzupeitschen. Aber nur wenige kennen die harten Details dieser drakonischen Gesetzesvorlage.
Die ugandische Widerstandsbewegung, die von der globalen Solidarität elektrisiert ist, hat jedoch nicht die Mittel, ihre Mitbürger über die tödlichen Bestimmungen dieses Gesetzes zu informieren. Wenn genügend von uns sich beteiligen, können wir Radio-Spots, Zeitungsannoncen und Plakatkampagnen starten, die Millionen Menschen in Uganda die Wahrheit sagen – und einen lautstarken Ruf zum Schutz der Menschenrechte!
BITTE SPENDEN SIE, um den Schutz der Menschenrechte in Uganda zu unterstützen!
Dieses englischsprachige Video verdeutlicht die Brisanz, falls das Kill-Gays-Gesetz umgesetzt würde:
Update: Nach den heftigen internationalen Protesten haben sich US-Evangelikale nun offensichtlich doch noch gegen die Einführung der Todesstrafe ausgesprochen.
Links: Der Standard - US-Evangelikale fördern Schwulen-Hatz
Financial Times Deutschland - Staatliche Hetze gegen Schwule
Frankfurter Rundschau - Ugandas Homosexuelle in Lebensgefahr
dbna - Todesstrafe für Homosexuelle
Der Tagesspiegel - 'Homosexualität ist kein Menschenrecht'
dieStandard - Obama verurteilt Anti-Homosexuellen-Gesetz
ExGayWatch - Uganda Anti-Homosexuality Bill 2009: Just the Facts
Kommentiert: gaywest - Haltet ein in Eurem schändlichen Tun!
dikoss - Homosexuelle bald getötet?
Die ugandische Regierung plant mit ihrem Gesetzesentwurf, dem "Kill-Gays-Gesetz", Homosexualität zukünftig zu "verbieten" und mit dem Tode zu bestrafen. Die christlichen Politiker Ugandas sehen in Homosexualität perverses unnatürliches Verhalten, das aus westlichen Industrieländern importiert wurde, um die ugandische Gesellschaft zu zersetzen. Menschenrechtsorganisationen schlagen weltweit Alarm über den Gesetzesentwurf, Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu töten. Brisant wurde die Angelegenheit zusätzlich, nachdem sich herausstellte, dass christliche Führer der amerikanischen Ex-Gay-Bewegung an diesem Gesetzesentwurf mitwirkten und Politiker anspornten, ihn umzusetzen. Homosexuelle sollten vielmehr "geheilt" werden, oder aber exekutiert.
Wir unterstützen daher die weltweite Petition für Menschenrechte, gegen die Unterdrückung und Tötung von Minderheiten vorzugehen.HIER UNTERSCHREIBEN!
Nahezu eine halbe Million Unterschriften wurden bisher gesammelt, das ist aber noch nicht genug. Die Extremisten verstärken ihre Rhetorik – ein Pastor scheut sich nicht, homosexuelle Pornographie zu zeigen, um den Zorn aufzupeitschen. Aber nur wenige kennen die harten Details dieser drakonischen Gesetzesvorlage.
Die ugandische Widerstandsbewegung, die von der globalen Solidarität elektrisiert ist, hat jedoch nicht die Mittel, ihre Mitbürger über die tödlichen Bestimmungen dieses Gesetzes zu informieren. Wenn genügend von uns sich beteiligen, können wir Radio-Spots, Zeitungsannoncen und Plakatkampagnen starten, die Millionen Menschen in Uganda die Wahrheit sagen – und einen lautstarken Ruf zum Schutz der Menschenrechte!
BITTE SPENDEN SIE, um den Schutz der Menschenrechte in Uganda zu unterstützen!
Dieses englischsprachige Video verdeutlicht die Brisanz, falls das Kill-Gays-Gesetz umgesetzt würde:
Update: Nach den heftigen internationalen Protesten haben sich US-Evangelikale nun offensichtlich doch noch gegen die Einführung der Todesstrafe ausgesprochen.
Links: Der Standard - US-Evangelikale fördern Schwulen-Hatz
Financial Times Deutschland - Staatliche Hetze gegen Schwule
Frankfurter Rundschau - Ugandas Homosexuelle in Lebensgefahr
dbna - Todesstrafe für Homosexuelle
Der Tagesspiegel - 'Homosexualität ist kein Menschenrecht'
dieStandard - Obama verurteilt Anti-Homosexuellen-Gesetz
ExGayWatch - Uganda Anti-Homosexuality Bill 2009: Just the Facts
Kommentiert: gaywest - Haltet ein in Eurem schändlichen Tun!
dikoss - Homosexuelle bald getötet?
Dienstag, 23. Februar 2010
kath.net: Stolz auf Christl Vonholdt?
Am ersten Februar veröffentlichte die evangelikale Plattform medrum.de die Meinung von Christl Vonholdt, die Aufnahme zum Schutz der "sexuellen Identität" ins Grundgesetz sei abzulehnen (wir berichteten). Ganze 18 Tage später findet sich derselbe Text auf dem katholischen Newsforum kath.net wieder. Warum Christl Vonholdt mit ihrer - zugegeben hilflos zusammengestrickter Meinung - nicht alleine dasteht, erkennt man hier an den abgegeben Leserkommentaren, die Vonholdts kruden zusammengewürfelten Mix von Identität, Neigungen, Krankheiten und Abartigkeiten gedankenlos hinnehmen:
Wohl nicht jeder scheint auf diese Verallgemeinerungen hereinzufallen. Hier wird schon mal hinterfragt:
oder am besten
Link: Mission Gottesreich - Gegen Grundgesetzänderung
Kommentiert: gaywest - Christl Vonholdts postmoderne Halluzinationen
Wenn jegliche Art der „sexuellen Identität“ per Grundgesetzt geschützt werden sollte, z.B. auch Pädophilie, dann muss folgerichtig doch auch der Begriff „sexueller Missbrauch“ abgeschafft werden, denn die Person, die bisher noch als „Täter“ bezeichnet wird, ist ja dann auch kein „Täter“ mehr, sondern nur eine Person, die ihr Recht auf sexuelle Entfaltung wahrgenommen hat.
Da sieht man wessen Geistes Kind diese Politiker und deren Lobbyisten sind und wer in dieser Gesellschaft Triumphe feiert. Lasst uns immer mehr beten, dass diesem satanischen Treiben Einhalt geboten und die schlimme Zeit angekürzt wird.
Wohl nicht jeder scheint auf diese Verallgemeinerungen hereinzufallen. Hier wird schon mal hinterfragt:
Niemand behauptet, dass Pädophile oder Zoophile hiermit auch geschützt werden sollen. Überdies: Wollen sie etwa Homosexualität mit Pädophälie vergleichen?
oder am besten
Wir brauchen keine Minderheiten "mit sexueller Identität", wir haben bisher keine sexuelle Identität gehabt und wir werden sie auch in Zukunft nicht brauchen!
Link: Mission Gottesreich - Gegen Grundgesetzänderung
Kommentiert: gaywest - Christl Vonholdts postmoderne Halluzinationen
Sonntag, 21. Februar 2010
'Lass uns reden': wie Homosexuelle in der Kirche ankommen
Im Dachcafé der Frankfurter Zeil wurde zu einer Diskussionsrunde mit zwei Vertretern der Landeskirchen eingeladen: Dr. Kerstin Söderblom von der Evang. Kirche und Dr. Norbert Reck von der kath. Kirche. Der Abend wurde von hr-Moderator Meinhard Schmidt-Degenhardt geleitet.Söderblom berichtete vom Tabubruch der 70er Jahre, als sich die Kirche langsam in den Dialog mit homosexuellen Christen wagte. In den Gremien und Synoden wurde nach theologischen und ethischen Lösungen gesucht, spätestens seit dem Lebenspartnerschaftgesetz 2001 mussten sich die Kirchen auch über Segnungsgottesdienste Gedanken machen. Mehrere Synoden der ev. Landeskirchen haben seit 2003 dazu ein "ja" gefunden. Das bedeute aber nicht, dass die evang. Kirche damit eine klare Linie fahre, denn viele Christen sind entweder gleichgültig oder stark ablehnend eingestellt, besonders evangelikal-konservative Kreise drohten seit dem Tabubruch mit Kirchenaustritten. Die evang. Kirche setze sich gegen die aufkommende Doppelmoral ein, um die Gerechtigkeit und Liebe Gottes auch heute glaubwürdig nach außen zu tragen. Söderblum appellierte, aktiv in der Gesellschaft Gesicht zu zeigen, damit die Thematik ernstzunehmend bliebe, und folgt so dem Ansatz der Befreiungstheologie: Aufklärungsveranstaltungen in Schulen, Kirchen und Jugendgruppen werden auch in Zukunft unerlässlich bleiben.
Reck fing in seinem Rückblick eine ganze Ecke früher an: Er stellte fest, dass das Einteilen von "2 Sorten von Menschen", nämlich den Hetero- und Homosexuellen Menschen, bereits ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Damals war man der Überzeugung, dass jeder Mensch zwar gleich sei, sich aber unterschiedlich verhalte. Petrus Damiani prägte als erster den Begriff "Sodomie", der sich vom Namen Sodoms der berüchtigten alttestamentarischen Stadt ableitete, für eine andere Sorte von Menschen, die als dreckig, provozierend und weibisch galt. Erst 1869 wird der Begriff "Homosexualität" von Karl Maria Benkert erfunden. Der Begriff sollte zwar als naturwissenschaftlicher Terminus den bisherigen ersetzen, unterstützte aber damit das 2-Klassen-Denken von den "Opfern" von Hormonen und Genetik. Heute ist der Begriff "Homosexualität" von der Wissenschaft abgeschafft, es gibt stattdessen den Terminus "gleichgeschlechtliches Verhalten", was somit für Homosexuelle die Chance bringt, umzudenken von einem "Opfer"-Denken zu einem "Freiheits"-Denken, das zu tun, was man möchte, was jeder andere Mensch auch in Freiheit tun darf.
Eine "Klasse der Homosexuellen" gebe es nicht, sie sind einfach wie sie sind, aber keine andere "Sorte" von Mensch, schloss Reck seine Ausführungen ab. Ihre eigenen Wünsche stünden ihnen genauso zu wie jedem anderen Mensch auch, und dagegen gebe es keine ethischen oder moralischen Gründe einzuwenden. Söderblom verwies auf die evangelische Kirche als Ort der Begegnung, in dem es stets gilt, ihn aktiv mitzugestalten. Indem Menschen sich begegnen, miteinander reden und ihre Anliegen kreativ und ausdrucksstark ausdrücken, wird Akzeptanz und Nächstenliebe möglich. Die Evangelische Kirche sei schon immer eine reformstarke Kirche gewesen.
Donnerstag, 11. Februar 2010
Englischer Therapietester gründet Task Force gegen Exgay-Bewegung
Erst kürzlich berichteten wir von dem Journalisten Patrick Strudwick, der in England Schlagzeilen machte, als er von seinen Undercover-Erlebnissen mit Therapeuten berichtete, die ihm eine Konversionstherapie angeboten hatten. Nach seinem Aufdecken der skandalträchtigen Therapiemethoden bekam er eine Flut von Zuschriften von verzweifelten ehemaligen Klienten und frustrierten Psychologen. Jetzt macht Strudwick ernst und gründete die Stop Conversion Therapy Taskforce (SCOTT), die auf Facebook bereits jetzt schon knapp 2.000 Mitglieder zählt.
Guardian - The war on 'cures' for homosexuality
Im Krieg gegen die "Heilung" der Homosexualität
Meine verdeckten Ermittlungen haben zu einer Kampagne gegen diejenigen geführt, die mit wertlosen Therapien Menschenleben zerstören. by Patrick Strudwick
Vergangenes Jahr in Großbritannien: Ein Psychiater und eine Psychotherapeutin versuchten, mich von meiner Homosexualität zu "heilen". Was sie aber nicht wussten, war, dass ich undercover nachforschte, was bei einer sogenannten "Konversionstherapie" passiert. Die veröffentlichten Ergebnisse meiner Nachforschungen im Independent letzte Woche lösten ein Lauffeuer der Wut und Empörung aus.
Das überrascht kaum. Die Psychotherapeutin erzählte mir, ich sei sexuell von einem Familienangehörigen missbraucht worden (was ich nie wurde). Der Psychiater versuchte während einer "Sitzung", mich sexuell zu erregen. Dieser behauptete auch, er habe seine eigene Sexualität "gelöst", während er gleichzeitig zugab, sich immer noch mittels schwuler Pornographie selbstzubefriedigen. Noch skandalöser war wohl noch die Entdeckung, dass die Krankenkasse manchmal solche Behandlungen versehentlich finanziert.
Die Resonanz war überwältigend. Zahlreiche ehemalige Opfer der Konversionstherapie haben mich angeschrieben, berichteten von den Jahren des Leidens, die sie während und nach der Behandlung ertragen mussten - manche von ihnen wurden von ihren Familien dazu hineingezwungen. Therapeuten schrieben mir in ohnmächtiger Frustration, wie sie am Ende den psychologischen Scherbenhaufen zusammenkehren mussten, den die Umpolungstherapeuten hinterließen. Viele Leser waren einfach nur erstaunt, dass es so etwas im vergleichsweise säkularen Großbritannien gibt.
Weitab den westlichen Ländern waren die Reaktionen noch beunruhigender: Homosexuelle Männer und Frauen haben mich angeschrieben und um Hilfe gebeten. Andere haben mir das zunehmende Klima der Angst in Uganda übermittelt. James Nsaba Buturo, Minister für Ethik und Integrität, sagte kürzlich, dass im Rahmen des vorgeschlagenen Anti-Gay-Gesetzesentwurfs die Konversionstherapie auf diejenigen angewandt werden würde, die der Homosexualität überführt würden, um dazu beizutragen, "sündigen Menschen eine akzeptable sexuelle Orientierung näherzubringen". Eine erzwungene Umpolungstherapie mag zwar nicht so schlimm sein wie die Todesstrafe, die ursprünglich im Gesetzesentwurf vorgesehen war, aber sie kann mit Sicherheit zu einer lebenslänglichen Strafe werden.
In Anbetracht all dessen habe ich eine Facebook-Gruppe gegründet namens Stop Conversion Therapy Taskforce (Scott). Innerhalb der ersten 24 Stunden traten Hunderte bei, fest entschlossen, irgend etwas zu tun.
Unser erstes anvisiertes Ziel ist eine Konferenz mit Konversionstherapeuten, die am 19. Februar in Nordirland stattfinden wird, mit Mario Bergner als Ehrengast. Er schrieb das Buch "Umkehr der Liebe", in dem er behauptet, er sei durch Gebete heterosexuell geworden. Er beschreibt auch, wie er "mit elf AIDS-Symptomen" im Krankenhaus lag, bevor ihn der "Geist des Herrn" besuchte, der ihm über Nacht Besserung schenkte, und er so später auf das Virus negativ getestet wurde.
Im vergangenen April fuhr ich im Rahmen meiner Nachforschungen zu einer ähnlichen Konferenz nach London, wo Therapeuten und Gläubige das "Heilen" ihrer Klienten erlernen wollten. Ich erlebte wie Joseph Nicolosi, der wohl berüchtigste amerikanische Konversionstherapeut, dessen Methoden die Grundlage für viele der Praktiken in diesem Land sind, einen nervösen jungen Mann vor einem Live-Publikum behandelte. Ich fühlte mich als müsste ich einer Grausamkeit zusehen.
Die Glaubensbasis der Konversionstherapie, dass Schwule nämlich nicht nur gottlos und falsch sind, sondern von Natur aus geschädigt sind und "geheilt" oder umprogrammiert werden könnten, stellt eine faschistische fundamentalistische Ideologie dar. Fachleute im Gebiet der Psychologie, die solche Gedanken befürworten, sind eine höchst gefährliche Angelegenheit.
SCOTT wird mit seiner Arbeit nicht nur Konferenzen stören. Wir möchten, dass professionelle Einrichtungen wie das Royal College der Psychiater und die Britische Vereinigung für Beratung und Psychotherapie in ihren Verhaltenskodex spezifische Bestimmungen mitaufnehmen, die die Versuche verurteilen sollen, die sexuelle Orientierung zu verändern (derzeit haben sie eher allgemeine Punkte, die persönliche Einstellung zur Sexualität nicht in die Behandlung einfließen zu lassen).
Wir werden auch weiterhin vereinzelt Therapeuten bloßstellen und den Berufsverbänden melden. Es wird nicht einfach sein. Viele arbeiten mit beschönigenden Worten, die ihre wahren Absichten verhüllen sollen. Sie verteidigen ihre Methoden vehement, indem sie behaupten: "Wir bieten eine Wahl! Wir kümmern uns nur um diejenigen, die dies gerne annehmen möchten!". Das ist wie eine Venusfliegenfalle, die das hungrige Insekt dafür beschuldigt, in dessen klaffenden Mund gewandert zu sein. Aber wir sind dazu fest entschlossen, sie auszulöschen, wie lange das auch dauern mag. Das wird keine Schlacht. Das ist ein echter Krieg.
Link: Stop Conversion Therapy Taskforce (SCOTT)
Kommentiert:
gaywest - Das Wort zum Sonntag (Estomihi)
exgaywatch - British Journalist Declares 'War' on Homosexuality 'Cures'
GayAboutTown - Love Needs No Cure (mit hilfreichen Links!)
NowPublic - SCOTT campaign launched in UK to expose ex-gay therapists
Ekklesia - New campaign challenges attempts to 'cure' gay people
JoeMyGod - UK Reporter Patrick Strudwick Declares War on 'Ex-Gay' Industry
Freedom2Be - Patrick Strudwick Exposed the Tricks of Ex-Gay Therapy
Guardian - The war on 'cures' for homosexuality
Im Krieg gegen die "Heilung" der Homosexualität
Meine verdeckten Ermittlungen haben zu einer Kampagne gegen diejenigen geführt, die mit wertlosen Therapien Menschenleben zerstören. by Patrick Strudwick
Vergangenes Jahr in Großbritannien: Ein Psychiater und eine Psychotherapeutin versuchten, mich von meiner Homosexualität zu "heilen". Was sie aber nicht wussten, war, dass ich undercover nachforschte, was bei einer sogenannten "Konversionstherapie" passiert. Die veröffentlichten Ergebnisse meiner Nachforschungen im Independent letzte Woche lösten ein Lauffeuer der Wut und Empörung aus.
Das überrascht kaum. Die Psychotherapeutin erzählte mir, ich sei sexuell von einem Familienangehörigen missbraucht worden (was ich nie wurde). Der Psychiater versuchte während einer "Sitzung", mich sexuell zu erregen. Dieser behauptete auch, er habe seine eigene Sexualität "gelöst", während er gleichzeitig zugab, sich immer noch mittels schwuler Pornographie selbstzubefriedigen. Noch skandalöser war wohl noch die Entdeckung, dass die Krankenkasse manchmal solche Behandlungen versehentlich finanziert.
Die Resonanz war überwältigend. Zahlreiche ehemalige Opfer der Konversionstherapie haben mich angeschrieben, berichteten von den Jahren des Leidens, die sie während und nach der Behandlung ertragen mussten - manche von ihnen wurden von ihren Familien dazu hineingezwungen. Therapeuten schrieben mir in ohnmächtiger Frustration, wie sie am Ende den psychologischen Scherbenhaufen zusammenkehren mussten, den die Umpolungstherapeuten hinterließen. Viele Leser waren einfach nur erstaunt, dass es so etwas im vergleichsweise säkularen Großbritannien gibt.
Weitab den westlichen Ländern waren die Reaktionen noch beunruhigender: Homosexuelle Männer und Frauen haben mich angeschrieben und um Hilfe gebeten. Andere haben mir das zunehmende Klima der Angst in Uganda übermittelt. James Nsaba Buturo, Minister für Ethik und Integrität, sagte kürzlich, dass im Rahmen des vorgeschlagenen Anti-Gay-Gesetzesentwurfs die Konversionstherapie auf diejenigen angewandt werden würde, die der Homosexualität überführt würden, um dazu beizutragen, "sündigen Menschen eine akzeptable sexuelle Orientierung näherzubringen". Eine erzwungene Umpolungstherapie mag zwar nicht so schlimm sein wie die Todesstrafe, die ursprünglich im Gesetzesentwurf vorgesehen war, aber sie kann mit Sicherheit zu einer lebenslänglichen Strafe werden.
In Anbetracht all dessen habe ich eine Facebook-Gruppe gegründet namens Stop Conversion Therapy Taskforce (Scott). Innerhalb der ersten 24 Stunden traten Hunderte bei, fest entschlossen, irgend etwas zu tun.
Unser erstes anvisiertes Ziel ist eine Konferenz mit Konversionstherapeuten, die am 19. Februar in Nordirland stattfinden wird, mit Mario Bergner als Ehrengast. Er schrieb das Buch "Umkehr der Liebe", in dem er behauptet, er sei durch Gebete heterosexuell geworden. Er beschreibt auch, wie er "mit elf AIDS-Symptomen" im Krankenhaus lag, bevor ihn der "Geist des Herrn" besuchte, der ihm über Nacht Besserung schenkte, und er so später auf das Virus negativ getestet wurde.
Im vergangenen April fuhr ich im Rahmen meiner Nachforschungen zu einer ähnlichen Konferenz nach London, wo Therapeuten und Gläubige das "Heilen" ihrer Klienten erlernen wollten. Ich erlebte wie Joseph Nicolosi, der wohl berüchtigste amerikanische Konversionstherapeut, dessen Methoden die Grundlage für viele der Praktiken in diesem Land sind, einen nervösen jungen Mann vor einem Live-Publikum behandelte. Ich fühlte mich als müsste ich einer Grausamkeit zusehen.
Die Glaubensbasis der Konversionstherapie, dass Schwule nämlich nicht nur gottlos und falsch sind, sondern von Natur aus geschädigt sind und "geheilt" oder umprogrammiert werden könnten, stellt eine faschistische fundamentalistische Ideologie dar. Fachleute im Gebiet der Psychologie, die solche Gedanken befürworten, sind eine höchst gefährliche Angelegenheit.
SCOTT wird mit seiner Arbeit nicht nur Konferenzen stören. Wir möchten, dass professionelle Einrichtungen wie das Royal College der Psychiater und die Britische Vereinigung für Beratung und Psychotherapie in ihren Verhaltenskodex spezifische Bestimmungen mitaufnehmen, die die Versuche verurteilen sollen, die sexuelle Orientierung zu verändern (derzeit haben sie eher allgemeine Punkte, die persönliche Einstellung zur Sexualität nicht in die Behandlung einfließen zu lassen).
Wir werden auch weiterhin vereinzelt Therapeuten bloßstellen und den Berufsverbänden melden. Es wird nicht einfach sein. Viele arbeiten mit beschönigenden Worten, die ihre wahren Absichten verhüllen sollen. Sie verteidigen ihre Methoden vehement, indem sie behaupten: "Wir bieten eine Wahl! Wir kümmern uns nur um diejenigen, die dies gerne annehmen möchten!". Das ist wie eine Venusfliegenfalle, die das hungrige Insekt dafür beschuldigt, in dessen klaffenden Mund gewandert zu sein. Aber wir sind dazu fest entschlossen, sie auszulöschen, wie lange das auch dauern mag. Das wird keine Schlacht. Das ist ein echter Krieg.
Link: Stop Conversion Therapy Taskforce (SCOTT)
Kommentiert:
gaywest - Das Wort zum Sonntag (Estomihi)
exgaywatch - British Journalist Declares 'War' on Homosexuality 'Cures'
GayAboutTown - Love Needs No Cure (mit hilfreichen Links!)
NowPublic - SCOTT campaign launched in UK to expose ex-gay therapists
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JoeMyGod - UK Reporter Patrick Strudwick Declares War on 'Ex-Gay' Industry
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