Dienstag, 14. Juli 2009

Derek Webb provoziert Evangelikale mit neuem Album

In der christlichen Musikszene ist er ein Star: Derek Webb, zeitweise bekannt als Sänger der Band Caedmon's Call, ist auf seinen Soloalben gerne hinterfragend provokant. In seinem neuen Album "Stockholm Syndrome", das am 01. September 2009 erscheinen wird, löst besonders ein bestimmter Song heftige Kontroversen aus. Der Song lautet "What Matters More" (dt.: "was zählt mehr?"), darin kritisiert er die Lebenseinstellung vieler evangelikaler Christen, die auf der einen Seite keine Probleme damit haben, ihren Homosexuellen Nächsten zu hassen, aber auf der anderen Seite die wirklich wichtigen Probleme aus den Augen verlieren. Er stellt sie damit als verantwortungslose Heuchler bloß. Um diese Kleinkariertheit aufzudecken, fügte er den Teil eines bekannten Zitates in den Songtext ein, im dem das Wörtchen "shit" auftaucht:
"While you were sleeping last night, 30,000 kids died of starvation or diseases related to malnutrition. Second, most of you don’t give a shit. What’s more is that you’re more upset with the fact that I just said ’shit’ than the fact that 30,000 kids died last night."
(Tony Campolo)
Das sorgt wie erwartet für Unruhe, in evangelikalen Blogs wird schon eifrig theologisiert. Derek Webb trifft voll ins Schwarze. Es gibt sie doch noch, die Courage.
Nachfolgend der Originaltext mit Übersetzung.

"You say you always treat people like you like to be
I guess you love being hated for your sexuality
You love when people put words in your mouth
'Bout what you believe, make you sound like a freak

'Cause if you really believe what you say you believe
You wouldn't be so damn reckless with the words you speak
Wouldn't silently consent when the liars speak
Denyin' all the dyin' of the remedy

Tell me, brother, what matters more to you?
Tell me, sister, what matters more to you?

If I can tell what's in your heart by what comes out of your mouth
Then it sure looks to me like being straight is all it's about
It looks like being hated for all the wrong things
Like chasin' the wind while the pendulum swings

'Cause we can talk and debate until we're blue in the face
About the language and tradition that he's comin' to save
Meanwhile we sit just like we don't give a shit
About 50,000 people who are dyin' today

Tell me, brother, what matters more to you?
Tell me, sister, what matters more to you?"

deutsch (frei):

Du sagst du behandelst die Leute immer so, wie du auch gerne behandelt werden möchtest
Ich schätze mal du liebst es, für deine Sexualität gehasst zu werden
Du liebst es, wenn dir Leute Worte in deinen Mund legen
Was du so glaubst, lässt dich wie ein Verrückter klingen

Würdest du wirklich das glauben, was du vorgibst zu glauben
Dann wärst du nicht so verdammt rücksichtslos mit deinen Worten
Würdest den Lügnern nicht schweigend zustimmen
Und das absterbende Heil weiter leugnen

Sag mir, Bruder, was ist dir wichtiger?
Sag mir, Schwester, was ist dir wichtiger?

Wenn ich dir sagen kann, was in deinem Herzen steckt, durch das was du sagst
Dann sieht es für mich ganz so aus, als ginge es nur darum, hetero zu sein
Es sieht so aus als würde man für alles was falsch ist gehasst werden
Wie dem Wind nachzujagen, während die Zeit vergeht

Denn wir können reden und debattieren bis wir schwarz werden
Über Ausdrucksweise und Tradition, für die Er uns erretten wollte
Mittlerweile sitzen wir hier rum als kümmerte es uns einen Scheiß,
Dass heute schon wieder 50.000 Menschen sterben müssen

Sag mir, Bruder, was ist dir wichtiger?
Sag mir, Schwester, was ist dir wichtiger?

Freitag, 10. Juli 2009

Human Rights Campaign: Erschütternde Schicksalsberichte ehemaliger Umpolungsklienten

Die Human Rights Campaign veröffentlichte im Jahr 2000 fünfzehn zum Teil schockierende Berichte von ehemaligen Umpolungsklienten, die in Amerika über Jahre hinweg bei Organisationen wie Exodus versuchten, von ihrer Homosexualität freizukommen, und sich dadurch schwere psychische Verletzungen zufügten. In dem erschienenen Bericht "Finally Free - How Love and Acceptance Saved Us From the Ex-Gay Ministries" (dt.: Endlich frei - Wie Liebe und Annahme uns vor den Exgay-Organisationen gerettet haben) schildern die Betroffenen von ihren traumatischen Erlebnissen in diesen christlichen Umerziehungslagern. Immer wieder setzte sich am Schluss die ernüchternde Erkenntnis durch, dass die Verdrängung von Homosexualität alles andere als befreiend wirken kann, sondern das Leben erst recht zum Albtraum werden lässt, was so manchen Exodus-Klienten schon zum Selbstmord getrieben hat.
In Deutschland bemühen sich unter anderem Exgay-Organisationen wie "Wüstenstrom", "Living Waters", "Offensive Junger Christen" um die Durchführung ähnlicher Umorientierungstherapien.
Lesenswert! (auf englisch)

PDF 0,9 MB

Donnerstag, 18. Juni 2009

Vonholdt (DIJG) liebt ihre eigene Weltsicht

Christl Vonholdt ist eine der kritisierten Referenten des Marburger Seelsorge-kongresses gewesen. Sie gehört zum "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft", Teil der "Offensive Junger Christen". Bekannt geworden ist sie durch ihre publizistische Arbeit, Homosexuellen in Deutschland mit einseitigen unwissenschaftlichen Behauptungen zu schaden und damit evangelikal-fundamentalistischen Kreisen Rückendeckung für deren homophoben Aussagen zu leisten. Ihr neuestes Interview auf idea/kath.net beweist aufs neue ihre Einstellung gegenüber Andersdenkenden:
idea: Eine der Studien, auf die Sie sich berufen, stammt von den US-Psychologen Stanton Jones und Mark Yarhouse aus dem Jahr 2007. Danach hatten dank christlicher Selbsthilfegruppen 38% nach einer gewissen Zeit keine homosexuellen Gefühle mehr. Was aber wird aus den anderen?

Vonholdt: Tatsächlich können nicht alle, die das möchten, eine Veränderung ihrer homosexuellen Empfindungen erreichen. Was ist also, wenn sich keine oder nur eine gewisse Veränderung einstellt? Studien, unter anderem die von Robert Spitzer, zeigen: Auch wenn das Ziel einer Veränderung der sexuellen Empfindungen nicht erreicht wurde, haben viele Klienten doch von den therapeutischen Maßnahmen und Selbsthilfegruppen profitiert und ein größeres Selbstwertgefühl und eine Abnahme ihrer Depressionen erreicht. Der Weg der Veränderung lohnt sich also, auch wenn keine oder nur eine geringe Veränderung der Empfindungen erreicht wird. Auch wenn sich Empfindungen nicht ändern, ist doch niemand seinen Impulsen einfach nur hilflos ausgeliefert. Es macht im Leben eines Menschen einen großen Unterschied, ob jemand sich entscheidet, seine Homosexualität nicht auszuleben – auch wenn es ihm nicht immer gelingt –, oder ob er den homosexuellen Lebensstil mitsamt der homosexuellen Ideologie annimmt und gutheißt.

idea: Was empfehlen Sie Homosexuellen, bei denen eine Therapie erfolglos bleibt?

Vonholdt: Sie gehen ihren eigenen Weg und sind herzlich eingeladen, mit uns in Verbindung zu bleiben. Manche entscheiden sich vielleicht nach einigen Jahren, einen neuen Versuch zu machen, andere nicht. Ich respektiere den freien Willen jedes Menschen.

Allein in diesem kurzen Abschnitt erkennt man ihre Einstellung gegenüber Homosexuellen: "homosexueller Lebensstil" und "homosexuelle Ideologie" (sehr dehnbare Begriffe) werden als "ausgelebte Homosexualität" verstanden, was dem Ratsuchenden Homosexuellen implizieren soll, besser an einer Therapie teilzunehmen, auch wenn die Aussichten auf "Heilung" (Vonholdt spricht übrigens nur noch von "Veränderung") sehr sehr mager aussehen, als in ein gruseliges sündenhaftes Laster zu fallen, wie auch immer das dann aussehen mag. Mit Normalität hat das alles recht wenig zu tun. Mit objektiver Beratung am allerwenigsten. Mit ihrer Antwort auf die Frage, was mit erfolglos therapierten Homosexuellen zu tun sei, nämlich sie zu einem neuen "Versuch" einzuladen, bestätigt sie jede Befürchtung von Homosexuellenverbänden: hier sollen Homosexuelle einer sektenähnlichen Ideologie unterzogen werden, die zwar wenig hilfreich ist, sie aber weiterhin dazu bringen soll, sich widernatürlich ihrer eigenen Sexualität gegenüber zu verhalten, sprich ihr eigenes Wesen zu unterdrücken und sich selbst zu verneinen. Und so geht Vonholdt nicht mal richtig auf die Frage ein, denn eine ehrliche Antwort bleibt sie immer noch schuldig.

Perfide wird es, wenn Vonholdt von anderen "Studien" spricht, als könnten diese in irgendeiner Art ihre Ansichten stützen: Tatsächlich ist die erwähnte Spitzer-Studie alles andere als Umpoler-befürwortend. Spitzer sagt dazu selbst:
Ich ahnte zwar einigen Mißbrauch der Studienergebnisse, aber ich ahnte nicht, dass einige Medien so lächerliche Dinge aussagen wie die, dass die Studie die Wählbarkeit der Homosexualität darstellt. Natürlich wählt es niemand aus, homo- oder heterosexuell zu sein. Ich ahnte und warnte bereits in meiner Studie davor, dass es ein Fehler wäre die Studie derart zu interpretieren, als ob sich jeder hochmotivierte Homosexuelle ändern könnte, wenn er denn wirklich wollte. Ich schätze, dass die große Mehrheit der Homosexuellen, selbst wenn sie es wollten, nicht in der Lage dazu wären, nennenswerte Veränderung in sexueller Anziehung und Phantasien und Befriedigung in heterosexuellen Funktionen zu erreichen, die viele meiner Probanden in der Studie berichten. Ich warnte zudem davor, meine Studienergebnisse als Rechtfertigung für Druck auf Homosexuelle zu missbrauchen, damit sie in eine Therapie entgegen ihr Interesse gehen.
Wayne Besen, "Anything but straight Unmasking the scandals and lies behind the ex-gay myth" S. 240

Mit der Jones und Yarhouse Studie sieht es ähnlich schlecht aus. Beide Studien eignen sich höchstens dafür, zu bezeugen, wie mies die "Heilungs"chancen stehen für eine Sache, die sich nicht heilen lässt, weil Homosexualität nunmal keine Krankheit darstellt. Den "Weg der Veränderung" zu wählen bedeutet dann allerdings, bis zu seinem Lebensende mit seiner sexuellen Orientierung hadern zu müssen. Ein erstrebenswertes Ziel?
Zum Schluss lässt sich leider feststellen, dass Vonholdt (als Christ?) es mit der Wahrheit auch sonst nicht so ernst nimmt. So behauptet sie, dass "viele Klienten von den therapeuthischen Maßnahmen" der Exgay-Bewegung profitiert hätten, und verschweigt in einem Atemzug das viele Leid, die vielen tragischen Suizide von ehemaligen Klienten weltweit (die die Exgay-Bewegung zu verantworten hat!) und die mittlerweile immer größer werdende öffentliche Reaktion von ehemaligen Ex-Gays, die sich heute bitter über die Exgay-Bewegung äußern. "Der Weg der Veränderung lohnt sich also", sagt Frau Vonholdt, meint dabei aber scheinbar nicht den Ratsuchenden, sondern die Exgay-Bewegung. Das Interview entpuppt sich als reines Armutszeugnis von einseitigen und verlogenen Behauptungen, die allen möglichen Menschen in ihrer Ideologie helfen mögen, nur nicht denjenigen, die es wirklich bräuchten: den Hilfesuchenden Homosexuellen, die Frau Vonholdt doch nicht einfach wegschicken mag.

Kommentiert: Steven Milverton - Mit Christl Vonholdt zum Alkoholtest
GayWest - Hilfe für Christl

Sonntag, 14. Juni 2009

Exgay-Bewegung: Wüstenstrom

Seit 1997 existiert in Deutschland eine Einrichtung, die sich um Menschen kümmert, die mit ihrem sexuellen Empfinden hadern und sich nach Veränderung ihrer sexuellen Neigung sehnen. Diese Einrichtung heisst Wüstenstrom und sitzt im baden-württembergischen Tamm bei Stuttgart. Besonders Homosexuelle aus dem christlichen Spektrum suchen Wüstenstrom auf, um nach eigenem Wunsch von ihrer negativ empfundenen Homosexualität befreit zu werden. Diesem Umpolungswunsch versucht Wüstenstrom entgegenzukommen, nach eigenen Angaben mit teilweisem Erfolg.

Wüstenstrom begann zunächst als Selbsthilfegruppe im Jahre 1993. Günter Baum, damals frischer Ex-Gay, wurde beauftragt, in Deutschland einen Zweig der amerikanischen Exgay-Einrichtung "Desert Streams" zu etablieren. Andrew Comiskey, Direktor von "Desert Streams", stellte dafür sein "Living Waters"-Seelsorgekonzept zur Verfügung, das Günter Baum in mehreren Kreisen Deutschlands einsetzte. 1994 trafen sich Günter Baum und Markus Hoffmann, der selbst an einem Selbsthilfeprogramm für die Umorientierung Homosexueller arbeitete. Beide entschlossen sich zur gemeinsamen Arbeit in Deutschland. Allerdings bemerkte Günter Baum immer deutlicher, dass der Living Waters-Ansatz bei ihm nicht funktionierte, und stieg schließlich konsequenterweise aus der gemeinsamen Arbeit aus. Heute ist Günter Baum Ex-Ex-Gay, Gründer der christlichen Initiative Zwischenraum, und steht dem Living Waters-Konzept sehr kritisch gegenüber. Seit 1997 leitet Markus Hoffmann den Verein Wüstenstrom, zunächst wieder nach dem Living-Waters Konzept, seit 2005 allerdings nach einem eigens erstellten Beratungskonzept "Aufbruch Leben", das heute in den bereits etablierten Living Waters-Gruppen in mehreren Orten Deutschland eingesetzt wird.

Wüstenstrom gilt besonders in evangelikalen Kreisen als Anlaufstelle für Problemsituationen im sexuellen Bereich. Organisationen wie Weißes Kreuz, Offensive Junger Christen oder viele evangelische Freikirchen verweisen gerne auf die Arbeit von Wüstenstrom, wenn homosexuelle Ratsuchende nach einer Umpolmöglichkeit fragen.

Wüstenstrom beteuert immer wieder, dass sie Homosexualität nicht als Krankheit ansehen, niemanden "heilen" wollen, sie keine Umpolung betreiben wollen, und niemanden in ihren Beratungen zu irgend etwas zwingen. Ein Blick auf die Geschichte Wüstenstroms und deren Zielsetzung lässt zumindest daran zweifeln.

Wüstenstrom teilt nicht die Meinung der Fachwelt, dass die (homo-)sexuelle Orientierung ein unveränderbarer Bestandteil der eigenen Persönlichkeit ist. Vielmehr behauptet Wüstenstrom, dass Sexualität veränderbar sei, und zwar so sehr, dass Menschen in eine glückliche heterosexuelle Orientierung finden könnten:
Aus meiner jahrelangen Arbeit mit homosexuellen Menschen weiß ich, dass Veränderung in diesem Bereich ein schweres Unterfangen ist, dass sie aber möglich ist. Sie ist möglich, weil die meisten Menschen mit einem homosexuellen Problem, denen ich in den letzten zehn Jahren begegnet bin (mit über 3000 habe ich selbst gesprochen), ihre homosexuellen Gefühle zur Ich-Stabilisierierung benötigen. Dabei erleben sie Beziehungen zum gleichen Geschlecht vor allem oft auf dem emotionalen Niveau eines 5- oder 6-Jährigen oder eines Pubertierenden. Könnten solche Menschen aber in ihrem Selbst nachreifen, dann könnten sie die Ich - Stabilisierung aufgeben und damit die Homosexualität als stabilisierendes Moment innerhalb ihrer Emotionen hinter sich lassen.
Hoffmann, idea-Spektrum, 29.08.2007

Somit wird klar, welches Ziel Wüstenstrom eigentlich verfolgen möchte: Homosexuelle Ratsuchende sollen ihre Identität hinterfragen, auf geschichtliche Vorkommnisse achten, die in ihrem Leben eine Identitätsreifung stören konnten, und lernen, nicht den homosexuellen Sehnsüchten als kompensierendes Element der Ich-Stabilisierung nachzugeben, sondern innerlich zu reifen und zu kurz gekommene psychische innerpersönliche Sehnsüchte aufzuspüren und auszufüllen. Das ist nun keine klassische "Umpolung", soll aber zum selben Ziel führen, soll das innerlich Kranke heil machen. Wüstenstrom beschreibt ihre Arbeit als "ergebnisoffen", soll heissen dass der einzelne Klient seine eigenen Ziele für die Beratung äußern soll. Wenn man sich aber den Hintergrund Wüstenstroms und deren Gemeindenumfeld vor Augen hält, wird klar, dass nicht Ziel sein kann, homosexuell bejahende Klienten auf ihrem Weg zu einer homosexuellen Partnerschaft zu bestärken, sondern vielmehr den unreifen Homosexuellen von seinem Symptom Homosexualität zu befreien. Durch dieses Verständnis entsteht automatisch ein gewisser Druck, der dem Klienten unmissverständlich nahebringt, entweder mitzumachen, oder sich selbst durch sein angegriffenes Gewissen zu rechtfertigen.

Geht nun der Klient den Weg des Selbst-Erforschens, um seine scheinbar krankhafte Homosexualität zu hinterfragen, können zwar vereinzelt interessante psychische Problemfelder angegangen werden, allerdings wird der Weg heraus aus der Homosexualität ein ewiger werden. Denn die Annahme, sich nach jahrelangem Kampf gegen die eigene Unreife der Homosexualität von ihrer zu befreien, ist irreführend. Tatsächlich erleben viele Klienten ein hauptsächlich schweres Leben voller Rechtfertigungen, inneren Zerreissproben, Versagensqualen und noch mehr Selbstunsicherheit. Einen "Exgay" (der absolut heterosexuell empfindet ohne homoerotischen Gefühlen) gibt es faktisch nicht!

Über 70%* der Klienten brechen bei Wüstenstrom nach einiger Zeit die Therapie aus unterschiedlichen Gründen ab. Der Rest versucht sich durch Wüstenstroms "Freundschaftsnetzwerk" oder anderer Gemeindearbeit mit einer veränderten Identitätssicht zu bestätigen. Ehemalige Wüstenstrom-Absolventen, die von sich bezeugen können, absolut "geheilt" zu sein von früheren homosexuellen Gefühlen, wird man auch nach langen Recherchen nicht finden. Stattdessen treten heute immer öfter enttäuschte und frustrierte frühere Klienten von Wüstenstrom auf, die zwar auf der einen Seite Verständnis für Wüstenstrom aufbringen, auf der anderen Seite aber keine konkrete Veränderung feststellen konnten. Für Menschen, die psychisch sehr instabil sind und auch deren letzten Hoffnungen bei Wüstenstrom nicht erfüllt werden können, wird es hier sehr gefährlich. So berichten mehrere frühere Wüstenstrombesucher von Selbstmordabsichten (mir sind mehrere Fälle persönlich bekannt).

Wüstenstrom leidet seit wenigen Jahren sehr durch Medienberichte und fühlt sich alle paar Monate verunglimpft und rufgeschädigt. Das hat zwei gute Gründe: Erstens kann Wüstenstrom bei bestem Willen ihre eigene Selbstverpflichtung, offen über (Nicht-)Veränderbarkeit ihrer Arbeit zu sprechen, auf Anfrage nicht einhalten. Das wirkt sich nicht nur schädlich auf die eigene Reputation aus sondern wirft auch ein trauriges Bild auf die Arbeitsweise.
Zweitens ist die Terminologie von Wüstenstrom so unverständlich und ein therapeutisch-beratender Leitfaden so undeutlich erkennbar, dass sich ein Eindruck von Unwissenschaftlichkeit geradezu aufdrängt. Das zumindest muss der Eindruck der Journalisten von FAZ, Zeit, Spiegel und taz gewesen sein, die die Aufmerksamkeit eines ganzes Landes auf Tamm lenkten. Wüstenstrom ließ sich das nicht lange gefallen. Mehrere Anklagen und Gerichtsverhandlungen dokumentieren die Art und Weise, wie Wüstenstrom mit Kritikern umzugehen pflegt. Auf der Wüstenstrom-Homepage findet man gleich zu Anfang lauter Rechtfertigungen, häufig ist von Missverständnissen und Verleumdungsabsichten die Rede. Journalisten, Webseitenbetreiber und öffentliche Personen wurden in der Vergangenheit von Klagen überhäuft, wer heute offen Kritik über Wüstenstrom äußert, lebt zumindest gefährlich.

In den letzten Jahren mussten besonders Markus
Hoffmann und Wüstenstrom-Sprecher Stefan Schmidt massive Kritik einstecken. Als Wüstenstrom im Jahre 2007 auf einem internationalen Wissenschafts-kongress (!) für Psychiatrie in Graz zu einem Workshop eingeladen wurden, schrieben weltweit empörte Ärzteschaften und Verbände offene Briefe an den Schirmherrn des Kongresses und verhinderten so die Durchführung des Wüstenstrom-Workshops. Als das DIJG ein Jahr später auf dem evangelikalen Jugendkongress Christival ein Seminar zum Thema "Homosexualität verstehen" abhalten wollte, werden das DIJG und Wüstenstrom von Politikern und Verbänden scharf attackiert, Volker Beck (Grüne) bezeichnet Wüstenstrom dabei als "fundamentalistische Heilungsscharlatane". Das Seminar wird später aus Sicherheitsgründen abgesagt, nachdem die Emotionen in der Öffentlichkeit immer mehr hochkochen. Die Bundesregierung stellt schriftlich fest: "Homosexualität bedarf weder einer Therapie, noch ist sie einer Therapie zugänglich". Immer mehr Zeitschriften und Zeitungen veröffentlichen im Laufe des Jahres 2008 kritische Artikel zu Wüstenstrom, schließlich strahlt der SWR in zwei Kurzbeiträgen im Sommer 2008 die Aussagen mehrerer Wüstenstromgeschädigter aus, die vom Sender kritisch gezeigt werden. Die Anhänger von Wüstenstrom reagieren mit einer Flut von Protestemails an den Sender - erfolglos. Wüstenstrom sieht sich spätestens jetzt nach den erdrückenden Berichten von ehemaligen Klienten und Insidern verleumdet und rufgeschädigt. Gegen einen Journalisten erwirkt Wüstenstrom gerichtlich eine einstweilige Verfügung um dessen Behauptung, Wüstenstrom "pole um". Die einstweilige Verfügung wird später aufgehoben, das Gericht gibt dem Angeklagten Journalisten recht, dass Wüstenstrom offensichtlich auch zum Ziele hat, ihre Klienten wunschgemäß "umzupolen" [sic]. Wüstenstrom muss sich fortan die Bezeichnung "Umpoler" öffentlich gefallen lassen. Als Wüstenstrom im Mai 2009 neben anderen Vertretern der deutschen Exgay-Bewegung zu einem evangelikalen Seelsorgekongress nach Marburg eingeladen werden, der in den Räumlichkeiten der Universität Marburg stattfinden soll, laufen Homosexuellenverbände, Studenten, Politiker und Fachärzte Sturm: zahllose Zeitungen und mehrere TV-Sender berichten nun von der Pseudowissenschaftlichkeit der Beratungsorganisation Wüstenstrom. 1000 Menschen demonstrieren in Marburg gegen die Seminare der deutschen Exgaybewegung, weil sie mit dem Verständnis des Vereins Wüstenstroms von Homosexualität nicht übereinstimmen: für sie ist Homosexualität kein Defizit das geheilt werden könne.

Wüstenstrom ist keine Alternative zu anerkannten psychotherapeutischen Beratungsstellen. Denn die Berater Wüstenstroms sind keine professionellen Fachärzte, ergo nicht der wissenschaftlichen Seriosität und Redlichkeit verpflichtet. In der internationalen Fachwelt spielt Wüstenstrom daher so gut wie keine Rolle.



Ein guter Freund schreibt zum Thema:

Als ein an den letzten Sinnfragen menschlicher Existenz sehr interessierter Mensch habe ich persönlich oft und bewußt die Nähe auch evangelikaler Kreise gesucht. Es ist bitter und schändlich zugleich, wegen einer offen zum Ausdruck gebrachten Homosexualität mit Vorurteilen, Mobbing und Schimpfattacken unterhalb der Gürtellinie vom Hof gejagt worden zu sein. Ich denke, sie hätten ein verstärktes seelsorgerliches Interesse, Menschen in gerade solchen Lebenssituationen richtig und sinnvoll weiterhelfen zu wollen. Von einer Gnade Gottes, einer allumfassenden Christusliebe - welche gerade die Zöllner, Sünder, gesellschaftliche Außenseiter wie z.B. Trinker umfasst hat - war plötzlich nichts mehr festzustellen und zu verspüren. Sie haben das letztgültige Urteil quasi an Christi Statt, welches hieß: "schickt ihn in die Verbannung!" gefällt. Vielen Dank, daß Sie weiterhin den Willen Gottes so gut kennen und menschennah interpretieren.
Meinen Brüdern und Schwestern von der Liebenzeller Mission, den Christusträgern CT, dem CVJM, der Heilsarmee, den Damen und Herren Kirchengemeinderäten meiner evangelikal geprägten landeskirchlichen Gemeinde, jedenfalls herzlichen Dank für die Verbundenheit im Glauben.


nur eine kurze Aufzählung von Ansichten Evangelikaler:

Es wird gerne behauptet, dass Homosexuelle einen Identitätskonflikt haben, eine Bedrohung für Ehe und Familie mit nicht absehbaren Konsequenzen für das Heranwachsen unserer Kinder sind, sie Hilfe brauchen, Sünder sind, dass von ihrem Lebensstil Gefahr ausgeht, dass sie in der Entfaltung ihrer Identität stecken geblieben sind, dass sie eine Beeinträchtigung der ungestörten Entwicklung unserer Kinder verursachen, dass sie eine Bedrohung des Wohls unserer Kinder sind, dass sie das grundgesetzlich geschützte Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzen, dass sie nicht normal sind, dass sie unnatürlich sind, dass sie als Kranke einzustufen sind, dass sie bindungsunwillig sind, dass sie bürgerlich nicht verträglich sind(!), dass sie entwicklungsgestört sind, dass ihr coming-out die Bildung einer Subidentität ist, dass sie ihre inneren Fragen nicht lösen können, sie zerbrochene Menschen sind, von Dämonen und Satan besetzt, dass sie an ihrem eigenen Körper leiden, dass sie einen defekten Körper haben, ihr Tun wird neben Mord, Drogenabhängigkeit und Ehebruch gestellt, es wird gesagt, dass sie versuchen, das Gesicht unserer Gesellschaft nachhaltig zu verändern und dass das nicht anzuerkennen ist.


Und das sagt Wüstenstrom:
Daher betonen wir nach wie vor, wie wir uns in den Diskurs einbringen wollen und dass wir keine menschenverachtenden Ansichten verbreiten oder unterstützen:
Wüstenstrom hält sich an seine ausgewiesene professionelle Selbstverpflichtung.
Wüstenstrom berät ergebnisoffen.
Wüstenstrom wendet sich gegen Methoden der Beratung aber auch gegen Vorstellungen von Sexualität, die mit dem Begriff „Umpolung“ in Zusammenhang zu bringen sind.
Wer etwas anderes über wüstenstrom aussagt, sagt bewusst die Unwahrheit und hat ausschließlich das Ziel, wüstenstrom zu verleumden, zu diffamieren und unserem Ruf zu schaden.

Das sagen "Opfer" zu Wüstenstrom:

"johannes65" im Jesus.de-Forum
"Andreas" auf Zwischenraum
"Thomas" und "Andreas" im SWR: (Stellungnahmen Wüstenstroms)



Zeugnisse von Markus Hoffmann und Stefan Schmidt von Wüstenstrom:

Markus Hoffmann in der Bulletin vom DIJG (PDF)
Stefan Schmidt auf Soulsaver
Markus Hoffmann in der sehenswerten Sendung von ERF-TV:


Lesenswerte Links:
Wikipedia-Eintrag zum Nachschlagen
Jährlicher Freundesrundbrief Wüstenstroms mit Jahresresümee
Selbstverpflichtungserklärung Wüstenstrom
Presseerklärung Wüstenstrom
Bericht von der christlichen Organisation "Christlich Sicher Geborgen"
offenes Schreiben von Günther Pagel
Bericht von Broken-Rainbow, Gisela Wolf
Artikel der FAZ
Artikel von SPIEGEL
Artikel von taz
Artikel von ZEIT (www.terra-zone.de)
Artikel von J. Lang: "Gutmütige Mamas und Papas wollen Schwulen helfen"
Darstellung der HuK zur Auseinandersetzung mit Wüstenstrom
Gehirn&Geist: "Liebe lieber anders" - aktuelle Sexualforschung

*(Quelle: persönliches Gespräch mit M. Hoffmann)

Eintrag erreichbar unter
http://burnurl.com/EUIljf
www.lsvd.de/1179.0.html

Samstag, 13. Juni 2009

Wüstenstroms Freundesbrief 2008

Lieber spät als nie: Wüstenstrom hat seinen Mitte Dezember 2008 erschienen Freundesbrief nun auch im Internet veröffentlicht. Im "Diskurs" bietet Wüstenstrom Einblick in ihr Konzept der Veränderungsarbeit, im "Wüstenstrom für Freunde" berichtet die Organisation von ihrer Sicht der Ereignisse, die im Jahre 2008 über sie hereinbrachen. Seitenlange Klagen über Meinungsterror, Schimpf und Schande erwecken den Eindruck einer Märtyrervereinigung.

Dienstag, 9. Juni 2009

Nach dem Marburger Kongress

Der umstrittene Seelsorgekongress der APS in der Marburger Uni ist vorüber. Allerdings werden die Streitereien rund um den Kongress Spuren hinterlassen: auf der einen Seite bei den (vornehmlich evangelikalen) Christen, die sich vermeintlich in einer beispiellosen Opferrolle wiederfinden, in welcher ihr Recht auf eine freie Meinung durch eine bös agitierende "Homolobby" nur durch Polizeischutz gewährleistet werden konnte. Wenig glücklicher sieht es auf der anderen Seite aus: Homosexuelle, Psychologen und Politiker sehen durch die erfolgreich durchgeführten Vorträge von den kritisierten Vertretern der ExGay-Bewegung in Deutschland (Vonholdt, Hoffmann, Gerlach) einen Erfolg für die ExGay-Bewegung schlechthin, die verunsicherte Homosexuelle dazu ermuntert, durch Reparativtherapie in ein heterosexuelles Muster umgepolt werden zu können - mit oftmals katastrophalen Konsequenzen. Doch der Streit hatte unter dem Strich auch etwas gutes:
  • Selten wurde das Thema Christsein und Homosexualität so sehr in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gebracht wie in den letzten Tagen. Jeder konnte dabei die tiefen Gräben feststellen, die sich durch die Gesellschaft von Evangelikalen und Liberalen ziehen. Diese Feststellung ist auch für eine positive Veränderung grundsätzlich notwendig.
  • Auf jeder Seite wurde endlich einmal klar ausgesagt, wo der Schuh drückt. So hat z.B. Gabriely Kuby, eine der Unterstützerinnen des Kongresses, sich in ihrem Artikel "Sexueller Totalitarismus" grundsätzlich gegen Homosexuelle gewandt ("bei Homosexualität geht es um eine ethische Bewertung von Verhalten, also welchen Gebrauch der Mensch von seiner Willensfreiheit im Bereich der Sexualität macht") und kriminalisiert Homosexuelle zu "Gesinnungsterroristen", die nichts anderes im Schilde führten als ihre "Perversionen" mit allen Mitteln zu legalisieren - und spricht somit vielen Homophobikern direkt aus der Seele. Dass Texte wie dieser auf unwissenschaftlichen Vorurteilen basieren und jeglicher Grundlage entbehren interessiert dann kaum noch. Aber auch Ärzteschaft und professionelle Fachkräfte hatten Gelegenheit, auf Unwissenschaftlichkeit und Lebensgefahren der Exgay-Bewegung hinzuweisen. Deutlicher kann vor den Gefahren, die von Wuestenstrom und "Offensive Junger Christen" ausgehen können, kaum noch gewarnt werden. Jeder kann so selbst entscheiden, wie verantwortungtsvoll er mit seinem Leben umgehen möchte.
  • Während evangelikale Christen sich einer beispiellosen Kampagne "linker Fundamentalisten" ausgesetzt sehen, die sich mit allen Mitteln gegen scheinbar christliche Werte stellen würden, sind viele Homosexuelle entsetzt über den rechtsnationalen Ruck, den viele Evangelikale bereit sind zu gehen, wenn es darum geht, homosexuell orientierte Menschen zu schaden.
  • Die Frage, die weiterhin im Raum bleibt, lautet: was ist "Hilfe" wirklich für Homosexuelle? Ist es Hilfe, sie in ihren Ängsten vor ihrer eigenen sexuellen Identität zu unterstützen, um sie zu umpolenden Maßnahmen zu motivieren (und andere Homosexuelle automatisch in christlichen Kreisen als "krank" und "bemitleidenswert" zu stigmatisieren und auszugrenzen) - oder ist es Hilfe, Menschen behutsam zu dem zu führen, was sie sind: ihrem Menschsein, all dem, was sie als Ganzes ausmacht. Die Exgay-Bewegung beharrt darauf, "homosexuelle Neigungen" abgewöhnen zu können, weil von einer homosexuellen Identität einfach nicht ausgegangen werden kann. Professionelle Ärzte allerdings stärken die Menschen in ihrem Selbst und haben die Tage wieder viele Gründe feststellen können, der Exgay-Bewegung kritisch entgegenzutreten. Sie wissen, dass ein Großteil der Exgay-Klienten aus ihrer "seelsorgerliche Therapie" aussteigen und von ihrer christlichen Bewegung dann fallengelassen werden.
Rund 1000 Menschen haben gegen den evangelikalen Kongress in Marburg demonstriert. Teile der Demonstranten richteten ihren Protest dabei auch gegen jegliche Art von fundamentalistischem Christentum, was die provokanten Darstellungen der Demo (z.B. ein gekreuzigtes Schwein) darstellen sollten. Mit solcherlei drastischen Mitteln dürften sich auch die liberalsten Christen gekränkt fühlen. Die Vereinigung "Homosexuelle und Kirche" (HuK) rief daher zu Fairness und Besonnenheit auf beiden Seiten auf.

Beitrag vom Hessischen Rundfunk:


Beitrag von 3sat:


Evangelische Kirche: Gott liebt alle Menschen

Erst kürzlich verfasste die Evangelische Kirche Westfalen einen bemerkenswerten Text, gerade in Bezug der Ausgrenzung Homosexueller aus der Kirche spricht der Text eine klare Sprache: Homosexuelle sollen wie selbstverständlich mit am Gemeindeleben teilhaben dürfen, deren Alltagserfahrungen solle mit anderen geteilt werden. Schließlich habe Jesus selbst nie einen Menschen zurückgewiesen. Damit setzt die Evangelische Kirche Westfalen ein deutliches Zeichen.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Zwischenraum auf Deutschem Evangelischen Kirchentag

Auf dem diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentag, der von heute bis Sonntag in Bremen stattfinden wird, wird auch die ökumenische Gruppe Zwischenraum vertreten sein. Bei Zwischenraum handelt es sich mehrheitlich um Christen, die ihre Homosexualität verantwortungsvoll vor Gott leben möchten, teilweise aber auch um Ex-Ex-Gays oder andere ExGay-Überlebende. Am Freitag, 22. Mai, wird Zwischenraum einen Gottesdienst in der Bremer St. Pauli Kirche veranstalten.

Dienstag, 19. Mai 2009

Informationsveranstaltung in Marburg zu Wüstenstrom

Anlässlich des am 20. Mai beginnenden christlichen "Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge" in Marburg unter dem Hauptthema "Identität - der rote Faden in meinem Leben", zu dem auch Sprecher der deutschen Exgay-Bewegung geladen sind, findet in Marburg am 20. Mai um 20.30 Uhr eine Informationsveranstaltung zu Umpolungsangeboten in Deutschland statt. Diplom-Psychologin Angela Dorn setzt sich in der Veranstaltung mit der Wissenschaftsgeschichte der Pathologisierung von Lesben und Schwulen auseinander.
Ort: Café am Grün, Marburg. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 15. Mai 2009

Marburger Kongress: Fachärzte kommen zu Wort

16 Marburger Psychotherapeut(-inn)en haben vor einer Woche gemeinsam eine Erklärung unterschrieben, in der sie sich explizit gegen die unwissenschaftlichen Thesen von Christl Vonholdt (DIJG) und Markus Hoffmann (Wüstenstrom) stellen:

Marburger niedergelassene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten widersprechen Dr. Christl Ruth Von­holdt, die behauptete, Psychotherapeuten in Deutschland würden in der Regel Menschen, die homosexu­ell empfinden und damit unglücklich sind, angemessene Hilfe verweigern. Diese müssten ins europäische Aus­land fahren, ja, Telefontherapie in Kalifornien aufsuchen, um angemessen behandelt zu werden. Diese Unter­stellung fuße auf Dr. Vonholdts Überzeugung, eine homosexuelle Neigung sei grundsätzlich mit Mit­teln der "richtigen" Psychotherapie verlernbar, wenn der Betreffende dieses wolle.

"Diese Überzeugung ist mit dem heutigen Stand der Wissen­schaft nicht vereinbar und weckt falsche Erwar­tungen. Sie ist Ausdruck der Angst, Heterose­xualität sei gleichfalls bei falschen Vorbildern verlernbar. Frau Dr. Vonholdt und ihr nahestehende Organisationen (Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft - DIJG, Wüstenstrom) und Personen (Diakon Markus Hoff­mann u.a.) drücken damit eine gesell­schaftspolitische Po­sition aus: das gleichberechtigte Zu­lassen gleichge­schlechtlicher Partnerschaften berge die Gefahr der "Kul­turzerstörung"."

Ebenso wenden sich die unterzeichnenden Therapeuten entschieden gegen Dr. Vonholdts Aussage, das Fehlen eines gegenge­schlechtlichen Elternteils sei für sich bereits schädlich für ein Kind:

"Kinder können sich in Beziehungen, die eine stabile, sichere und liebevolle Bindung anbieten und individu­elle psychosexuelle Entwicklungen des Kindes nicht un­terbinden, gut entwickeln. Diese menschlichen Werte ha­ben Vorrang vor der Frage der Geschlecht­lichkeit der Partnerschaft, in der ein Kind aufwächst. Wir wen­den uns gegen die Auffassung, dass nur die Einheit von Vater und Mutter als für die Entwicklung von Kin­dern günstig und schützenswerter kultureller Wert angesehen wird. Die Diskriminie­rung von Elternschaft in ande­ren Lebensformen, seien es allein Erziehende oder homosexuell empfindende Menschen, schafft neues Leid. Die sexuelle Orientierung eines Kindes ist nicht davon abhängig, ob es in ei­ner heterosexuellen oder homo­sexuellen Partnerschaft aufwächst. Ein mit homosexueller Neigung gebore­nes Kind kann bei diese Neigung ablehnenden heterosexuellen Eltern ebenso seelischen Schaden nehmen wie ein Kind, das bei ei­nem in dieser Hinsicht intoleranten gleichgeschlechtlichen Paar aufwächst. Um fundierte Aussagen über die Entwicklungs­bedingungen von Kindern homosexueller Eltern ma­chen zu kön­nen, wurde aktuell vom Bun­desjustizministerium eine Studie in Auftrag gegeben.

Das von Frau Dr. Vonholdt genannte Akzeptieren homosexueller Lebensweisen jenseits gesell­schaftlicher Gleichberechtigung ist Ausdruck einer nur oberflächlichen Toleranz. Der aktuelle Stand der wissenschaftlich begründeten Psychotherapie widerspricht Dr. Vonholdts Thesen, dass gleiche partnerschaftliche Rechte für Homo- und Heterosexuelle für eine Gesellschaft schädlich seien.

Bis heute leiden Menschen auf Grund fehlender gesellschaftlicher Toleranz und mangelnder Gleichberechti­gung ihrer Partnerschaften an ihrer homosexuellen Orientierung. Manche leiden auch an ei­nem Wertekon­flikt, der es ihnen verbietet, ihre homosexuelle Neigung auszuleben. Einen solchen Konflikt, nämlich seine Sexualität nicht ausleben zu wollen (oder zu können), kann es genauso bei Heterosexuellen geben.

Entsprechend stellt der Berufsverband Deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (BVDP) fest: Homosexualität ist keine Krankheit, sondern eine häufige Form menschlichen Zusammenle­bens und bedarf keiner Therapie Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungsansätze gelten nicht der Homosexualität als solcher, sondern den Konflikten, die mit der Homosexualität in Verbindung mit religiösen, gesellschaftlichen oder verinnerlichten Normen entstehen. Therapeutische Ziele sind in erster Linie die Prävention psychischer Folgeerkrankungen wie Depres­sivität und Suicidalität sowie die Stabilisierung des Selbstbildes. Dabei werden die individuellen Le­bensumstände und Bedürfnisse des Betroffenen und seiner Familie berück­sichtigt.

Patienten möchten manchmal Unveränderbares verändert haben. Seriöse Psychotherapie sollte sich davor hü­ten, Erwartungen zu wecken, die nicht erfüllbar sind oder eine gesellschaftspolitische Posi­tion als "wissen­schaftlich begründet" zu behaupten, die lediglich der eigenen Ideologie entspringt."

Kommentiert:

Wiener Zeitung: Seelenheil für Homosexuelle

Dienstag, 28. April 2009

Marburger Kongress: Wissenschaft versus Meinungsvielfalt

Auf dem evangelikal orientierten Psychiater-kongress in der Marburger Uni im Mai werden Vertreter der deutschen Exgay-Bewegung erwartet, unter anderem Markus Hoffmann von der Exgay-Organisation Wüstenstrom und Christl Vonholdt von der Offensive Junger Christen (DIJG). Beide sind in Deutschland längst keine Unbekannten mehr: Im Jahr 2007 wurde Hoffmanns angekündigtes Homoheilungsseminar auf einem internationalen Kongress in der Universität Graz nach massiven Protesten von weltweiten Ärzteverbänden abgesagt, und Vonholdt publiziert seit Jahren homophobe Publikationen, in denen Homosexualität stets als psychosexuelle Krankheit dargestellt wird, die es zu heilen gilt. Ihr geplantes Seminar auf dem Christival 2008 wurde abgesagt. Die Sorge, in den Räumen der Universität Marburg unterschwellig homophobes Gedankengut verbreitet zu wissen, wird von mehreren Gruppen geteilt, z.B. von SPD, Grünen, FDP, dem Vorsitzenden der FH Frankfurt, der AStA der Uni Trier und nicht zuletzt vom Berufsverband Deutscher Fachärzte Für Psychiatrie und Psychotherapie, die sich in einer aktuellen Stellungnahme zu Konversionstherapien äußern:
Die wissenschaftliche Forschung hat in den letzten 30 Jahren einen enormen Erkenntniszuwachs bezüglich Entstehung, Diagnostik, Verlauf und Therapie psychischer Störungen erbracht.
Der Berufsverband deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie nimmt deshalb zur öffentlichen Diskussion um „Konversionstherapien“ oder „reparative Therapien“ bei Homosexualität wie folgt Stellung:

• Homosexualität ist keine Krankheit, sondern eine häufige Form menschlichen Zusammenlebens und bedarf keiner Therapie
• Der Ausdruck „reparative Therapie“ suggeriert fälschlicherweise eine vorherige Fehlfunktion, die korrigiert werden soll
• Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungsansätze sind nicht die Homosexualität als solche, sondern die Konflikte, die mit der Homosexualität in Verbindung mit religiösen, gesellschaftlichen und internalisierten Normen entstehen
• Therapeutische Ziele sind in erster Linie die Prävention psychiatrischer Folgeerkrankungen wie Depressivität und Suizidalität sowie die Stabilisierung des Selbstbildes unter Berücksichtigung der individuellen Lebensumstände und der Bedürfnisse des Betroffenen und seiner Familie.
• Haben homosexuell lebende Menschen psychische Erkrankungen, so sind diese unabhängig von der Homosexualität zu diagnostizieren und zu behandeln. Der Homosexualität kommt in diesem Fall die Bedeutung eines Kontextfaktors zu.

Der Kongressveranstalter sieht sich unterdessen nicht veranlasst, auf die Forderungen von Politik, Wissenschaftsverbänden und Betroffenengruppen einzugehen. Die Seminare sollen wie geplant durchgeführt werden. Stattdessen fühlen sich insbesondere Vertreter der evangelikalen Bewegung in Deutschland durch die Kritik am Kongress angegriffen. So hat der christliche Newsblog MEDRUM am 20.4. eine eigene Unterschriftenliste mit über 400 Unterzeichnern veröffentlicht, die an der Aktion "Für Freiheit und Selbstbestimmung" teilgenommen haben. In dieser Aktion geht es laut Medrum darum, die Rede- und Therapiefreiheit auf dem Kongress nicht einschränken zu lassen, ein uneingeschränkter fachlicher Dialog müsse erlaubt bleiben. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem Gabriele Kuby, Robert Spaemann, der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, CDU Bundestagsabgeordneter Norbert Geis, Fraktionsvorsitzender CDU Marburg Philipp Stompfe, die rechtsextreme Regina Wilden, und die Kölner Professorin Edith Düsing, deren Unterschrift in Köln einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hat. Auch die Liebenzeller Mission unterstützt diese Aktion.
Der Ärger geht aber noch weiter: nun hat die Marburger CDU ihrerseits einen Antrag gestellt, den Kongress wie geplant durchführen zu lassen. Zwischen Volker Beck (Grüne) und Norbert Geis (CDU) schaukeln sich die Emotionen hoch.
Einen hoffnungsvollen Schritt wagten der Kongressveranstalter APS und der Lesben- und Schwulenverband Deutschland, die sich am gestrigen 13. Mai in Frankfurt zu einem Gesprächsaustausch trafen, allerdings ohne Ergebnis: Hoffmann und Vonholdt sollen wie geplant ihre Seminare abhalten dürfen, dafür bürgt die APS dafür, Konversionstherapien definitiv ablehnened gegenüberzustehen. Damit widerspricht sich die APS zum Schluss selbst, seither kann man davon überzeugt sein, dass der Kongress tatsächlich ein "Homoheiler-Kongress" werden wird.

Das Autonome Lesben- und Schwulenreferat der Uni Köln hat nun ihrerseits eine Unterschriftenliste gestartet nach dem Motto "Für Akzeptanz und Gleichberechtigung":
Der Erklärung „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ des Forums „Medrum“ wird nun die Gegenerklärung „Für Akzeptanz und Gleichberechtigung“ - verfasst durch das Autonome Lesben- und Schwulenreferat an der Uni Köln (LUSK) - entgegengesetzt. Die Erklärung des Forums „Medrum“ wie Ihre Unterzeichner sind seit letzter Woche durch den diskriminierenden Inhalt in der Öffentlichkeit stark in Kritik geraten. In der Gegenerklärung „Für Akzeptanz und Gleichberechtigung“ werden die homophoben Thesen und Argumentationslinien aufgezeigt und richtiggestellt...

Mittlerweile wird die Angst vor Randalierern an den Kongresstagen immer größer. Umpolungs-Befürworter sprechen von "Meinungsterror" und sehen ihre Redefreiheit in Gefahr.

Kommentiert:
Süddeutsche Zeitung: 'Homoheiler' im Hörsaal
Oberhessische Presse: Reaktionen auf Therapeuten-Kongress
Evangelischer Pressedienst: Wirbel um evangelikalen Kongress
StevenMilverton: Marburger Topics
GayWest: Marburger Topics

Sonntag, 19. April 2009

hr: Wüstenstrom erneut im Fernsehen

Anlässlich des skandalträchtigen Kongresses Ende Mai in Marburg berichtet der Hessische Rundfunk in der Sendung "Defacto" heute erneut von der Exgay-Organisation Wüstenstrom:
Der christliche Verein „Wüstenstrom“ glaubt, Homosexualität „heilen“ zu können. Auf seiner Homepage lädt der kirchenunabhängige Verein den Besucher ein: „Wenn Sie Fragen zum Bereich Identität oder Sexualität haben, würden wir uns freuen, Ihnen durch unser Beratungs-, Seminar-, Selbsthilfe- oder Fortbildungsangebot weiterhelfen zu können.“ So auch Andreas. Er suchte die Hilfe bei „Wüstenstrom“ und ging als gebrochener Mensch wieder heraus. Wissenschaftler warnen vor fahrlässigem Umgang mit Hilfebedürftigen – besonders wenn es sich um unqualifiziertes Personal handele. Etwa Markus Hoffmann, seines Zeichens Sozialarbeiter und Mitarbeiter des Vereins Wüstenstrom. Ausgerechnet Markus Hoffmann ist nun als Referent auf dem Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge eingeladen, der vom 20. bis 24. Mai in der Marburger Uni und Stadthalle stattfinden soll. SPD und Grüne laufen nun Sturm und verlangen von der Stadt Marburg und der Universität, sich von den umstrittenen Referenten zu distanzieren.

Desweiteren berichtet der
Tagesspiegel von weiteren wissenschaftlichen Vereinen, die sich der Forderung des LSVD anschließen, diskriminierenden Rednern in den Räumlichkeiten der Universität kein Podium zu bieten: "Unis sollten Quacksalber nicht fördern".


Samstag, 18. April 2009

Marburger Psychotherapiekongress wird skandalträchtig

Mittlerweile berichten die unterschiedlichsten Medien über den 6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg. Grund ist wie bereits schon angekündigt der Auftritt verschiedener Vertreter der deutschen ExGay-Bewegung in der Marburger Uni, in der der Kongress abgehalten werden soll. Schnell wurde seitens des Deutschen Lesben- und Schwulenverbandes Kritik laut, "pseudowissenschaftlichen Homoheilern" würde ein Forum auf Kosten des Steuerzahlers geboten, insbesondere anstößig werden die Seminare von Markus Hoffmann (Wüstenstrom), Christl Ruth Vonholdt (Deutsches Institut für Jugend und Gesellschaft / Offensive Junger Christen) und Michael Gerlach aufgefasst, die schon in der Vergangenheit für homophobe Äußerungen und Werbung für Umpolungsmöglichkeiten unerwünschter Homosexualität gesorgt hatten. So glauben diese Referenten, Homosexualität sei eine unerwünschte krankhafte Fehlentwicklung, die es zu heilen gelte. Der Kongressveranstalter wiederum widerspricht den Anschuldigungen, homophoben Gastrednern ein Podium zu bieten. Es ginge bei der Veranstaltung nicht um das Thema Homosexualität, sondern um das Thema Identität, so die Entgegnung, die aber irgendwie nicht greifen mag. Deshalb haben sich nun auch GRÜNE und SPD eingeschaltet, auch Marburgs OB Vaupel mag sich von den strittigen Seminaren distanzieren. Die Universitätsleitung, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, sieht dennoch nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Bei dem Veranstalter handle es sich um einen seriösen Partner, mit dem man keine negativen Erfahrungen gemacht habe. Aber auch der Verband Lesbischer Psychologinnen und Schwuler Psychologen, der Allgemeine Studentenausschuss der Universität Marburg und die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften befürchten Menschenrechtsverletzungen: „Unter dem Deckmantel der Wissenschaft vermitteln einzelne ReferentInnen ein konservatives Bild von der heterosexuellen Ehe als einzigem Lebensmodell und stigmatisieren Homosexualität als krankhaft und nicht erwünscht.“ Deshalb auch hat sich recht spontan ein "Bündnis gegen Sexismus, Homophobie und Religiösen Fundamentalismus" gebildet.
Mittlerweile berichten auch der Hessische Rundfunk, Der Spiegel, Die Welt und die taz über den Kongress. Den Beitrag des hr gibt es hier zu sehen:



Stellungnahme Autonomes Schwulenreferat Marburg (PDF)
Kommentiert: TheGayDissenter - Die Homo-Heiler, Das Schwulenheilen muss man doch wenigstens versuchen dürfen!

Dienstag, 7. April 2009

TIMM: Homosexuelle bei ProChrist unerwünscht

Auf der evangelikalen Missionsveranstaltung ProChrist sind Homosexuelle unerwünscht - egal ob sie Christen sind oder nicht. Das berichtete gestern der TV-Sender TIMM. Schwule und Lesben würden in Chemnitz von der ProChrist-Veranstaltung explizit ausgeschlossen werden. Der evangelikale ProChrist-Prediger Ulrich Parzany wird zitiert: "Praktizierte Homosexualität ist eine schöpfungswidrige Anomalie, das Christentum ist die einzige Erlösung". ProChrist verstößt Schwule und Lesben, nachzusehen auf TIMM.

Kommentiert: TheGayDissenter - Im Auftrag des Schöpfers gegen die Schöpfung

Sonntag, 22. März 2009

ethos: "Homosexualität ist psychosexuelle Unreife"

Ein vor längerer Zeit erschienener Artikel in der schweizerischen christlichen Zeitschrift ethos diagnostiziert Homosexualität als psychosexuelle Entwicklungsstörung, der man allerdings in Kindheits- und Jugendtagen präventiv entgegenwirken könne, z.B. durch eine "dauerhafte, liebevolle Vater-Sohn-Beziehung". So wird Homosexualität als Krankheit dargestellt, die einen Menschen unreif und somit auch unglücklich mache. Die Zeitschrift stützt sich dabei auf die pseudowissenschaftliche Vereinigung NARTH, die konstatiert, dass durch des fehlenden Beweises eines Schwulengens Homosexualität nicht vererbbar sei, und daher also als antrainiert zu sehen sei: Gerade durch das Internet könne der "sexuell verunsicherte Jugendliche" mittels Pro-Gay-Organisationen an pornografische Schriften geraten, die den Jugendlichen nicht mehr loslassen würden, homosexuelle Suchtverhaltensweisen seien die Folge.

Wie drastisch solche "Erkenntnisse" auf Jugendliche wirken können, die durch die gepredigte Homophobie gelernt haben sich selbst abzulehnen und zu hassen, wird durch die Selbstmordrate unter Jugendlichen immer wieder deutlich: Homosexuelle Jugendliche tragen ein bis zu 4-fach höheres Risiko sich umzubringen. Das nicht, weil sie etwa "süchtig" seien oder "unreif", sondern weil Institutionen wie Kirchen oder gesellschaftliche Einrichtungen ihnen derartige unwissenschaftliche Berichte präsentieren, die ein gruseliges und perverses Bild von Homosexualität zeichnen. Dementsprechend veröffentlicht dazu ein junger Internetblogger sein Erstaunen über diesen Artikel hier in seinem Blog:
ich glaub, ich bin schon homosexuell, muss ich mich jetzt schlecht fühlen?

Ja! Und zwar ganz gewaltig du perverse Sau. Wenn du nicht schnellstens wieder “normal” wirst hat Gott dich nichtmehr sonderlich lieb - sagt zumindest die Bibel. Außerdem bist du genau wie ein Alkoholiker (!) - du müsstest nur mehr an deinem Willen arbeiten und dich nicht immer deinen Lüsten hingeben.