Sonntag, 21. September 2008
Homosexuelle sterben früher
Eine englische Studie hat wieder einmal bestätigt, was schon länger bekannt ist: Die Selbstmordrate unter homosexuellen Männern ist bedeutend höher als bei den heterosexuellen Geschlechtsgenossen. Depressionen und Angstzustände kommen demnach unter Homosexuellen öfter vor, und auch der Alkohol- und Drogenmissbrauch sei unter Homosexuellen wesentlich höher. Der Leiter der Studie, Michael King, sieht als Ursache den alltäglichen gesellschaftlichen Stress, dem der Homosexuelle sein Leben lang ausgesetzt sei. Christliche Fundamentalisten jedoch sehen das ganz anders: Nicht das gesellschaftliche Umfeld würde dem Homosexuellen zusetzen, sondern die Homosexualität an sich. Sie mache krank, weil sie eben eine Krankheit sei, freuen sich konservative Vertreter. Im Schnitt lebe der Homosexuelle 24 Jahre weniger als ein Heterosexueller, während ein Raucher nur 1 bis 7 Lebensjahre einbüße. Homosexualität führe zu AIDS, Drogenmissbrauch, und zur Unfähigkeit für gesunde Beziehungen. Ausführungen wie diese unterstreichen jedoch die Signifikanz solcher Studien und lassen erkennen, wie leicht es sich ein ausgrenzendes konservatives Umfeld machen kann, das Homosexualität stigmatisiert und die Folgen der eigenen Sünden auf die Homosexuellen selbst zurückführt.
Montag, 15. September 2008
Wenn Christen Christen hassen
"Den Menschen lieben, die Sünde hassen", lautet ein christliches Sprichwort, das im Grunde nichts anderes heisst als "die Sünde hassen, um den Menschen zu hassen". Menschenhass ist zwar im christlichen Glauben nicht vorgesehen, wenn es aber um heikle Themen wie z.B. jüngst die Schwulensegnung in Wetzlar geht, gilt wieder diese alte Maxime. Dann sind sich auch scheinbar wohlgesonnene Christen nicht zu schade, munter mit Bibelversen auf ihre christlichen Mitgeschwister einzudreschen. Zu verfolgen ist dies gut unter den Kommentaren von Jesus.de oder anderen christlichen Onlinenachrichtendiensten. Kostproben gefällig? Bitteschön:
Tatsache ist, dass alle homosexuellen oder lesbisch veranlagend Menschen bei einer Bekehrung zum wahren Glauben an den Herrn Jesus Christus sofort ihre negative, in GOTTES Augen gräuliche Veranlagung verlieren und eine normales, sexuelles Leben nach GOTTES Wort führen. Entweder gilt für einen Christen das ganze Wort GOTTES in der Bibel oder ich muss GOTT und die gesamte Bibel ablehnen. Dann kann ich natürlich leben wie ich will und werde als Dank dafür aber in der Hölle landen statt im Himmel. Auch das ist eine biblische, christliche Tatsache gemäß GOTTES Wort in der Bibel. Römer 1,18-32: [...] "Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere. Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, so daß ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, die, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer". Sirach 23,23: "Ein Mann, der an sich selbst Unzucht treibt, hat keine Ruhe, bis das Feuer ausgebrannt ist". 3. Mose 18,22-30: "Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. [...] Denn alle, die solche Gräuel tun, werden ausgerottet werden aus ihrem Volk". 3. Mose 20,13-17: "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen". 1. Korinther 6,9-10: "Oder wisst ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden?"oder:
Die Kritik der Lesben und Schwulen sollte sich nicht an diejenigen richten, die ein Gesetz befolgen (Kirchen und Gemeinden), sondern an den Gesetzgeber, der das Gesetz sowohl im Alten Testament (3.Mose 18,22) erlassen als auch im Neuen Testament bestaetigt hat (Römer 1, 24-32). Der Gesetzgeber benennt Homosexualitaet eindeutig als Suende und schließt uneinsichtige Suender von der Teilhabe des ewigen Lebens in seinem Reich aus. Ich kann nicht verstehen, warum die Schwulen sich immer wieder um den Segen desjenigen bemuehen, dessen Gesetz sie ignorieren und verachten. Gott verachtet sie ja auch und hat sie in ihrem verkehrten Sinn dahingegeben, wie aus der Textstelle von Römer 1,28 zu entnehmen ist.oder:
Es kommt noch der Tag, wo Homosexuelle, Christen verklagen, nur weil Sie sich zu Christus bekennen. In der Bibel steht ganz klar,das Homosexualität Sünde ist. Und das ist für Gläubige Christen das ausschlaggebende. Egal was die Leute sagen und denken, die Bibel ist und bleibt Gottes Wort. Auch für die, die es nicht wahr haben wollen.oder:
Die einzigen Menschen, die ein Problem mit der "Homosexualität" haben, sind die Homosexuellen selber. Sie versuchen über eine starke Lobby etwas als richtig und gut zu machen, von dem Gott ausdrücklich sagt: "Das ist mir ein Greuel" Aber wie sagte schon der Teufel im Paradies zu Eva? Ihr werdet keineswegs sterben, sondern ihr werdet sein wie Gott und selber erkennen, was gut und was böse ist. Seitdem wollen die Menschen selber entscheiden, was richtig und was falsch ist. Etwas was allein Gott dem Allmächtigen zusteht. Da können die Mächte noch so toben. Am Ende kommt das Gericht - und wir wissen, wer der Sieger ist.oder:
Maleachi 3 V 18: "Und ihr werdet wiederum den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient." Mag sich ein jeder aussuchen was ihm gefällt... mag sich jeder sagen das ein "Gott der Liebe" nicht diese "Abart der Liebe" richten wird... Galater 6, 7: "Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten! Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten. "Daraus mag man schließen, dass Mitmenschen nur dann liebenswert seien, wenn sie auch der sexuellen Norm entsprächen: nämlich heterosexuell ausgerichtet sind. Alles andere will man nicht verstehen oder hinterfragen, weil ein "Gräuel" vor Gott als Argument in jedem Fall ausreichen mag. Der stellvertretende Chefredakteur der Wetzlarer Neuen Zeitung, Alois Kösters, kritisiert diesen munteren Bibelchristenkampf nun deutlich in der Kolumne "Moment mal" vom 12. September: "Sogar die Heilige Schrift wird manchem Gläubigen zur profanen Zitatenquelle, aus der sich trefflich schöpfen lässt, um Menschen zu beleidigen", so Kösters, und verweist zur Begründung auf 1. Samuel 18,27, wo geschildert wird, dass David mit seinen Männern 200 Philister erschlug, ihnen die Vorhäute abschnitt und diese zum König Saul brachte. Bei diesem Umgang mit Fremden könne heute nicht mehr von Gottes Wohlgefallen ausgegangen werden, dies sei eine Errungenschaft der Aufklärung. Die Geschichte der Menschenverachtung brauche so nicht ewig wiederholt zu werden.
Mittwoch, 10. September 2008
Cliff Richard eckt an
Als Popikone (aktuelle Single: "Thank you for a lifetime") und evangelikaler Christ gilt Sir Cliff Richard für viele als Vorbild. Seine jüngst erschienene Biographie "My Life, My Way" enthüllt nun interessante Details aus seinem Privatleben: So lebe er bereits seit sieben Jahren mit einem katholischen Priester zusammen, den er vor Jahren in New York kennenlernte. Richard tritt öffentlich für die kirchliche Anerkennung eingetragener homosexueller Lebensgemeinschaften ein: „Die Tage, in denen man annahm, dass liebevolle Beziehungen nur etwas für einen Mann und eine Frau seien, sind vorbei“. Nun häufen sich wieder Spekulationen, Richard sei homosexuell. In seinem Leben hatte Richard nie geheiratet, zweimal versuchte er sich in eine Frau zu verlieben - erfolglos. Im Freundeskreis gilt Richard als schwul. Die Leserkommentare der idea-Redaktion zu dieser Nachricht spiegeln treffend den Hass vieler Christen gegenüber Homosexueller wieder.
Samstag, 6. September 2008
Homophobie in den 80ern
- Die Homosexuellenbewegung sei dazu gedacht, die Gesellschaft zu unterwandern und moralisch zu zersetzen
- Alle Homosexuellen seien - ähnlich wie Alkoholiker - "perverse Sexsüchtige"
- Die allermeisten Homosexuellen würden in jungen Jahren erste Erfahrungen mit Gleichgeschlechtlichen machen, im Gegensatz zu Heterosexuellen (was für eine Erkenntnis!), was sie dann erst zu Homosexuellen machen würde
- während Heterosexuelle einen normalen Lebenswandel führten, würden Homosexuelle ausschließlich nach einem ausschweifenden Sexualleben streben
- Dabei würden sich die meisten Homosexuellen jede Nacht (!) zu 8-10 One-Night-Stands verabreden
- Sämtliche sexuelle Spielweisen jeglicher erdenklichen Art würde das Leben eines Homosexuellen prägen, gleichzeitig würde sich darum bemüht dieses Sexualbild den braven ahnungslosen Familien nahezubringen
Dienstag, 2. September 2008
Kirche in Südafrika verurteilt
Der Oberste Gerichtshof in Pretoria (Südafrika) hat die Holländisch Reformierte Gemeinde Moreleta Park zu einem Schmerzensgeld von 7.700 Euro verurteilt. Geklagt hatte Johan Strydom (31), ein ehemaliger Mitarbeiter der Freikirche, der nach Bekanntwerden seiner Homosexualität aus der Kirche geworfen wurde. Dabei verlor er seinen Job und musste wegen finanzieller Knappheit sogar sein Haus verkaufen. Er fühlte sich diskriminert und erlitt Depressionen. Die Kirchengemeinde, vertreten von Gemeindeleiter Dominee Dirkie van der Spuy, rechtfertigte ihren Schritt aus ihrem Bibelverständnis, Homosexualität sei eine Sünde vor Gott. Der Mitarbeiter habe sich geweigert, über seine Sexualität mit der Gemeindeleitung zu diskutieren, nachdem diese ihn aufforderten, zölibatär zu leben und ein Umpolungsprogramm (H2O "Homosexuality To Overcome") zu absolvieren. Strydom selbst sehe kein Problem, er fühle sich als Christ von Gott so geschaffen und angenommen wie er sei. Dabei wundere ihn die selektive Bibelauslegung der Kirche, mit der man früher die Apartheid unterstützt habe und heute genauso gegen Homosexuelle vorgehe. Van der Spuy rechtfertigte diese Anschuldigung damit, dass der Begriff "Apartheid" in der Bibel nicht vorkäme, Homosexualität allerdings spezifisch erwähnt würde. Weiterhin bedauerte er, dass die Grundrechte eines einzelnen Menschen höher gewertet würden als das Recht auf Religionsfreiheit. Die Kirchengemeinde muss sich nun bei dem Kläger öffentlich entschuldigen.
Die verbotene Segnung
Als sich Jürgen Erbach und Kristof Heil am 15.08. im katholischen Dom zu Wetzlar als homosexuelles Paar segnen lassen, hätten sie wohl kaum mit dem riesigen Medienecho gerechnet, das über Nacht die beiden bundesweit bekannt machte. Die Segnungszeremonie löste heftige Kontroversen aus, der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst reagierte prompt: Bezirksdekan Peter Kollas verlor sein Amt. Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften dürfen in der katholischen Kirche eben nicht gesegnet werden. Der hessische Rundfunk lud sich Erbach und Heil ins Studio ein, und strahlte am 23.08. in der Sendung horizonte das Gespräch mit den beiden aus. Es geht um ihren Glauben als Christen und warum sie sich bewusst entschlossen haben, sich segnen lassen zu wollen. Der zweite Teil der halbstündigen Sendung beschäftigt sich mit der Frage, warum sich die Kirche mit dem Thema Homosexualität nicht leicht tut und warum es für sie so brisant ist, sich den Menschen heute unbefangen zu nähern.
Donnerstag, 28. August 2008
Jetzt wirbelt idea
Der Streit um die Therapierbarkeit von Homosexualität nimmt kein Ende. Die Segnung zweier schwuler Männer im katholischen Dom zu Wetzlar - die die Amtsenthebung des Dekans Peter Kollas zur Folge hatte - führte zu einem gewaltigen Medienecho, und Dr. Martin Grabe, seines Zeichens Chefarzt der Psychotherapeutischen Abteilung der Klinik Hohemark in Oberursel, berichtete erst kürzlich über seine Arbeitserfahrungen mit homosexuellen Klienten. Darin nahm er nicht nur homosexuell orientierte Menschen in Schutz, sondern kritisierte auch die geringe Wertschätzung dieser Menschen in evangelikalen Kreisen. Grundsätzlich sähe er den Homosexuellen als nicht therapierbar, lautete sein Resümee, allerdings könnte vereinzelt über einen inneren Reifeprozess nachgedacht werden, der heterosexuelle Möglichkeiten erschließen ließe. Das Sprachrohr der evangelischen Gemeinden, idea, nahm dies alles nun zum Anlass, die Dinge ganz aus ihrer Sicht richtig zu stellen: Zwei Personen wurden um Stellungnahmen gebeten, nämlich Michael Gerlach, Exgay und Dipl.-Psychologe, sowie Christian Spaemann, Chefarzt der Klinik für Psychische Gesundheit am Krankenhaus St. Josef in Braunau (Österreich). Beide stellen die Ausführungen Grabes mit ihren eigenen Aussagen in Frage. So meint Michael Gerlach, dass eine sexuelle Neuorientierung von vielen homosexuell empfindenden Menschen bei nachhaltigem Wunsch erreicht werden könne. Als Vorbild für seine Arbeit zieht Gerlach den vielfach kritisierten US-Psychologen Joseph Nicolosi heran, nach dessen Vorstellungen ein gestörtes Selbstbild durch falsche Elternerfahrungen Ursache für die homosexuelle Orientierung sei. Gerlach glaubt, dass bei ausreichendem Willen für viele Heilungssuchende eine Therapie zwischen 3 und 6 Jahren zu einer erfolgreichen sexuellen Umorientierung führe. Ähnlich argumentiert Christian Spaemann. Er glaubt sogar, dass bei jedem Dritten die Reparativtherapie erfolgreich sei. Bestätigt wird diese Zahl nicht. Immer wieder wird betont, dass der Einzelne Hilfesuchende ein Recht auf freie Entscheidung habe, ob eine affirmative oder reparative Therapie angewandt werden soll. Zu nichts solle der Klient sich gezwungen fühlen. Gäbe es dann doch Probleme, ließe sich der Therapieprozess abbrechen. Was mit dem Hilfesuchenden passieren soll, bleibt unerwähnt. Auch wenn Fachverbände diese Art von Therapie berechtigterweise als "Umpolversuche" bezeichnen, so bestreitet Spaemann, mit dieser Form etwas zu tun zu haben. Er führt die Umpolungsvorwürfe auf die "Schwulenlobby" zurück und macht diese für die Diskreditierung der für ihn wichtigen Arbeit verantwortlich. Dass der Großteil der Fachärzte aus wissenschaftlichen und verantwortlichen Gründen genauso von dieser Art von Therapie abraten, ignorieren Gerlach und Spaemann gekonnt.Link: kath.net: Wenn Homosexuelle unglücklich sind
Sonntag, 24. August 2008
"Das lässt sich doch heilen"
Über die momentane Situation der Umpolungsbewegung in Deutschland berichtet in der neuesten Ausgabe der LSVD-Zeitschrift respekt! Dr. Reinhold Weicker, Pressesprecher der Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V., und zieht eine Zwischenbilanz über Auftreten und Rechtfertigungspolitik der Homoheiler und Vertreter dieser Organisationen in Deutschland. Hauptsächlich werden dabei gerne drei wissenschaftliche "Studien" zur Beweisbarkeit der pseudowissenschaftlichen Arbeit von Umpolungsorganisationen wie Wüstenstrom herangezogen: Die Robert Spitzer-Studie, die Shidlo-Schroeder-Studie und die Studie von Stanton L. Jones und Mark A. Yarhouse. Sämtliche Studien entpuppen sich bei nährerer Betrachtung als höchst unwissenschaftlich, deren Interpretation widerspricht teilweise sogar der Absicht der Urheber.
Den Bericht hier runterladen und lesen:
PDF-Dokument (0,1 MB)
Weitere Links dazu:
www.huk.org - Ist Veränderung der sexuellen Orientierung möglich?
www.zwischenraum.net - "Heilung" von Homosexualität?
Den Bericht hier runterladen und lesen:
Weitere Links dazu:
www.huk.org - Ist Veränderung der sexuellen Orientierung möglich?
www.zwischenraum.net - "Heilung" von Homosexualität?
Freitag, 22. August 2008
Eine sinnvolle Aktion
Während gerade in Deutschland viele Christen ihren Hass gegenüber Homosexuellen kundtun, startet in Amerika eine sinnvolle Werbekampagne:
Das Trevor-Projekt ist ein Seelsorge-Telefon für homosexuelle Jugendliche, die in Nöten sind und nicht mehr weiterwissen. Etwa 15.000 Anrufe werden jährlich am Krisentelefon entgegengenommen. Oftmals sind es Jugendliche, die mit Selbstmordgedanken zu kämpfen haben, weil sie besonders starker Ablehnung oder Hasstiraden ausgesetzt sind, egal ob in der Schule oder der Familie.
In Deutschland gibt es ein kostenloses Jugendtelefon: 0800 1110333
In mehreren Städten gibt es ein Rosa Telefon
Das Trevor-Projekt ist ein Seelsorge-Telefon für homosexuelle Jugendliche, die in Nöten sind und nicht mehr weiterwissen. Etwa 15.000 Anrufe werden jährlich am Krisentelefon entgegengenommen. Oftmals sind es Jugendliche, die mit Selbstmordgedanken zu kämpfen haben, weil sie besonders starker Ablehnung oder Hasstiraden ausgesetzt sind, egal ob in der Schule oder der Familie.Selbstmord gehört zu den drei häufigsten Todesursachen unter jungen Menschen, und homosexuelle Jugendliche sind im Gegensatz zu ihren heterosexuellen Altersgenossen bis zu viermal gefährdeter, sich das Leben zu nehmen. Für junge Menschen wird es Zeit, über Homophobie drüberzustehen und zusammenzuhalten, um miteinander ein respektvolles Umfeld zu erschaffenso Charles Robbins, Leiter des Trevor-Projekts. Schwulenfeindlichkeit ist nach wie vor ein großes Problem, und gerade junge Menschen bekommen den Hass in ihrem Umfeld schnell zu spüren. Diese Aktion will Hoffnung schenken, um den Menschen zu zeigen, dass sie sich in ihrem Menschsein wertvoll und angenommen fühlen dürfen. Es darf kaum verwundern, dass dieses Projekt ausgerechnet kein christliches ist. Entscheidend ist, dass mit Projekten wie diesem viele Leben gerettet werden können.
In Deutschland gibt es ein kostenloses Jugendtelefon: 0800 1110333
In mehreren Städten gibt es ein Rosa Telefon
Mittwoch, 20. August 2008
Recht und Ordnung

Das würden manche gerne empört ausrufen bei dem Anblick der Homosexuellenflagge, die heute abend die Homepage von jesus.de großflächig ziert. Mal wieder ist Homosexualität das zentrale Thema. jesus.de informiert über die Absetzung eines katholischen Bezirksdekans, weil dieser im Dom zu Wetzlar eine Segnungsfeier für ein homosexuelles Paar mitgestaltet hat. Zu Recht, wettern dutzende Leser im Kommentarteil der News. So schreibt ein Leser treffsicher:
Liebe homosexuelle Mitchristen, Gott hat euch zwar geschaffen, [...] aber nur heterosexuelle Menschen dürfen Gott um seinen Segen und seine Begleitung auf dem gemeinsamen Lebensweg bitten. Homosexuelle Menschen müssen ohne Gottes Segen und Begleitung gehen und müssen selber sehen, wie sie zurechtkommen. Das steht zwar nicht in der Bibel, und auch nicht allen wurde dies offenbart, wohl aber dem obersten Hirten der römisch-katholischen Kirche! Wer Priester sein will, hat die Offenbarungen, die seinem obersten Vorgesetzten zuteil wurden, als unumstößlich anzusehen! Wo kämen wir denn hin, wenn sich hier jeder seine eigenen Gedanken machen würde!?Alles gesagt. Recht und Ordnung.
Dienstag, 19. August 2008
Ein Gräuel vor dem Herrn?
Der Chefarzt der Psychotherapeutischen Klinik Hohemark in Oberursel und Mitherausgeber der Zeitschrift Psychotherapie und Seelsorge, Dr. Martin Grabe, meldet sich nun in der neuesten Ausgabe selbst zum Thema Christsein und Homosexualität zu Wort. Und als erfahrener Psychiater überrascht er mit so manchen Aussagen. Denn in seiner Abhandlung geht er ungewohnt kritisch mit christlichen Gemeinden um. Dabei möchte er nicht nur Verständnis für Homosexuelle schaffen, sondern versucht auch auf psychologischer Ebene die Wünsche und Sehnsüchte von Homosexuellen zu rechtfertigen. Das dürfte vielen Christen sauer aufstoßen. Grabe belässt es aber nicht dabei, sondern schreibt etwas beinahe unfassbares:Manchen Menschen hat er [Gott] offensichtlich ihr homosexuelles Empfinden als Gabe und Aufgabe mit auf ihren Lebensweg gegeben.
Diese mutige Aussage verdient Respekt. Natürlich lässt Dr. Grabe aber auch eine Hintertür offen, damit sich christliche Gruppen wie Wüstenstrom nicht im Regen stehengelassen fühlen müssen: Denn auch wenn Dr. Grabe unter Homosexualität unter anderem an eine "vorgegebene Persönlichkeitseigenschaft" glaubt, lässt er zumindest für einen kleineren Teil der homosexuell Empfindenden die Möglichkeit offen, unter einem männlichen Identitätsproblem zu leiden. Diese Menschen versuchten bisher in immer neuen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, so zu persönlicher Stärke zu kommen und zu "reifen". Dies würde die Chance eröffnen, "über einen heterosexuellen Weg nachzudenken".
Lesen!
Montag, 18. August 2008
Berliner Mahnmal beschädigt
Das vor 11 Wochen eingeweihte Berliner Mahnmal zum Gedenken an die verfolgten Homosexuellen im Dritten Reich ist bereits Samstag morgens von Unbekannten schwer beschädigt worden. Dabei wurde das Sichtfenster auf eine Videoproduktion eingeschlagen und ein Bauzaun umgestürzt. Volker Beck (Grüne) bezeichnete die Tat als "Ausdruck der Menschenverachtung". Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland ruft für heute abend empört zu einer Protestkundgebung auf. Gerade in Berlin sind in den letzten Wochen mehrmals Homosexuelle von unbekannten Schlägern krankenhausreif geprügelt worden, zwei Opfer wurden dabei schwer verletzt.
Freitag, 8. August 2008
Olympia! Peking 2008
Heute beginnen in Peking die olympischen Spiele. Allerdings steht weniger der Sport, als vielmehr die menschenfeindliche Politik Chinas im Vordergrund der Medien. Entgegen aller Versprechen der Regierung Chinas bleiben Medien zensiert, die Berichterstattung kann nicht frei ausgeübt werden, Tausende von Menschen bleiben weiterhin unschuldig in chinesischen Gefängnissen eingesperrt. Die Demokratiebewegung Chinas ist verboten, Religionsfreiheit ist quasi tabu in China. Die Welt schimpft darüber - und feiert trotzdem. Menschenrechtler stören. Tibeter stören. Christen stören. Gerade in China werden immer mehr Christen massiv verfolgt, unterdrückt und eingesperrt. Vergessen wir das nicht, wenn jetzt die Spiele beginnen in einem Land, das widersprüchlicher dem Geiste Olympias nicht sein kann.Sonntag, 3. August 2008
CSD-Stuttgart 2008
Für die einen ist der Christopher Street Day eine Parade aus schrillen und peinlichen Zelebrierschwuppen, für die anderen ein wichtiger Teil des Gesellschaftsleben, um auf die Benachteiligung und Ausgrenzung Homosexueller aufmerksam zu machen. In Stuttgart (neben 34 weiteren Städten in Deutschland) feierten am 26. Juli 170.000 Menschen den CSD, der dieses Jahr für mehr Aufregung als die Jahre zuvor sorgte: Das Motto war schuld, denn der CSD stand unter dem Spruch "Ich glaube...". Gerade aus der evangelikalen Szene wurde Kritik laut, die Homosexuellen würden mit derartigen Glaubenssprüchen dem Image der wirklich Gläubigen schaden. Für Sozialministerin Monika Stolz (CDU) sogar ein guter Grund, ihr angefragtes Grußwort zu verweigern - was entweder für Empörung auf der einen Seite sorgte oder für große Zustimmung auf der anderen. Deutlich machen diese Wogen nur eines: Als normale Menschen sind Homosexuelle weder in der Gesellschaft noch in der Kirche angekommen oder willkommen.Ein zusammenfassendes Fazit über die verweigerten Grußworte für den Stuttgarter CSD gibt es von Thomas Henschel, Weissenburg Stuttgart e.V.. Auf 35 Seiten dokumentiert er die verschiedenen Reaktionen der relevanten Parteien zum Motto "ich glaube..."
Mittwoch, 25. Juni 2008
Willow Creek offen für Dialog
Anfang Juni trafen sich Vertreter der Ex-Gay-Überlebenden auf Initiative von SoulForce mit der nordamerikanischen Willow Creek Church, mit über 30.000 Besuchern eine der größten Gemeinden Amerikas, mit Pastor Bill Hybels. Unter anderem wurde der homophobe Ton in Predigten und die Ausgrenzung Homosexueller angesprochen. Überraschenderweise freundlich muss die Reaktion Hybels ausgefallen sein: er "habe nichts gegen Schwule, Lesben, Bi- oder Transsexuelle, und er glaube auch nicht daran, dass man sich seine Sexualität aussuchen könne". Überraschend aber auch seine Verwunderung, er wisse nichts über die Art und Weise, wie Homosexuelle von Gemeinden dazu gedrängt würden, zu heiraten, um mit ihrer sexuellen Frustration zurecht zu kommen. Hybels machte im Gespräch klar, dass er zwar der Meinung ist, dass die gern zitierten Hammerverse der Bibel gegen Homosexuelle fast alle nicht der Homosexualität in heutigem Verständnis entsprächen, er allerdings als einzige Lösung für einen Homosexuellen am Zölibat festhielt. Begründen kann er seinen höchst unrealistischen Ratschluss mit der Ebenbildlichkeit Gottes im Menschen: "er schuf sie als Mann und Frau". Peterson Toscano, ehemals selbst 17 Jahre lang im Kampf gegen seine Homosexualität, berichtete von seinen über 1000 Kontakten mit frustrierten Ex-Gays, denen das Infragestellen ihrer Person in Exgay-Programmen psychisch mehr geschadet als geholfen hatte. SoulForce arbeitet in Nordamerika mit dem Ziel, besonders in großen Gemeinden die Nöte und Anliegen homosexueller Christen näherzubringen und sich gegen Unterdrückung und Homophobie auszusprechen.
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