Freitag, 12. November 2010

Ex-Gay-Gruppe freut sich über mehr Geld

Die US-amerikanische Organisation PFOX wird jetzt auch von der Weltbank mit Spenden unterstützt (Quelle: queer.de):

Eine Ex-Gay-Gruppe ist in die Positivliste der Organisationen aufgenommen worden, die von der Weltbank mit Spenden unterstützt werden.

Wie das Washingtoner Homo-Magazin "Metro Weekly" meldet, sind die Homo-Heiler von Parents and Friends of Ex-Gays & Gays (PFOX) erstmals in die Liste der Community Connections Campaign aufgenommen worden. Mit diesem Programm sollen Mitarbeiter ermutigt werden, an gemeinnützige Organisationen zu spenden - die Weltbank legt dann zu jeder Zuwendung noch einmal 50 bis 100 Prozent des Betrages hinzu.

PFOX wird nun auf der Liste der von der Weltbank genehmigten Gruppen direkt über der Homo-Gruppe PFLAG aufgeführt, die sich für die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben einsetzt. Ein Sprecher der Weltbank erklärte, seine Organisation unterstütze nicht direkt die Homo-Heiler. "Weil PFOX die Minimalanforderungen für eine Aufnahme erfüllt hat, ist die Gruppe dieses Jahr dabei", erklärte er via E-Mail. Zu den Kriterien zählt etwa, dass eine Initiative als gemeinnützig anerkannt wird und in der Region Washington aktiv ist.

Wayne Besen von der Homo-Gruppe "Truth Wins Out" nannte die Aufnahme der Homo-Heiler in die Liste "widerlich und skandalös". "Die Weltbank soll sich nicht hinter Formalitäten verstecken. Hass bleibt Hass", so Besen.

PFOX setzt sich wie andere Ex-Gay-Gruppen aus religiösen Gründen dafür ein, Homosexuelle mit einer Konversionstherapie zu "heilen". Der amerikanische Psychologenverband hält diese meist christlich-fundamentalistisch auftretenden Organisationen für gefährlich, da sich die sexuelle Orientierung nicht ändern lasse - und die Ex-Gays bei junge Menschen mit ihrer "Therapie" psychologische Probleme auslösen, die oft im Selbstmord enden. Zudem setzen sich diese Organisationen auch für unmenschliche Gesetze ein. So wirbt der frühere PFOX-Chef Richard Cohen dafür, dass in Uganda die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt werden soll (queer.de berichtete).

Auch in Deutschland versuchen Homo-Heiler, Fuß zu fassen. Im Juli warnte deshalb der Lesben- und Schwulenverband vor der Ex-Gay-Bewegung und richtete eine Beratungsseite für Opfer der Fundamentalisten ein (queer.de berichtete). (dk)

Wayne Besen von Truth Wins Out glaubt, dass PFOX durch Lügen auf die Spendenliste gekommen ist: PFOX hat ihren Sitz nämlich nicht in der Washingtoner Region.


Links: queer.de - Weltbank unterstützt Homo-Heiler
MetroWeekly - PFOX in the World Bank Henhouse
Truthwinsout - Breaking News: PFOX Part Of World Bank Giving Program
Truthwinsout - PFOX Conspires To Defraud The World Bank By Posing As A DC Organization
Truthwinsout - TWO Calls on the World Bank To Drop ‘Ex-Gay’ Hate Group From Charity List

Kommentiert: StevenMilverton - Weltbank fördert Schwulenheilung

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Sie schreiben:

"So wirbt der frühere PFOX-Chef Richard Cohen dafür, dass in Uganda die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt werden soll."

Können Sie das mit einer Quelle belegen?

ExGay-Observer hat gesagt…

Es handelt sich hierbei um einen zitierten Artikel.
Leider hat Richard Cohens Organisation "International Healing Foundation" zur Homosexualitätsdebatte in Uganda dermaßen beigetragen, dass das Kill-Gays-Gesetz großteils durch die unwissenschaftlichen Thesen Cohens gerechtfertigt wurde. Cohen gibt an, nicht politisch arbeiten zu wollen, und unterstützt gleichzeitig den Wahnsinn, eine rechtliche Grundlage zur Tötung von Homosexuellen zu schaffen. Cohen wurde bekanntlich wegen unethischen Methoden aus der American Counseling Association gefeuert, seine Lizenz als Psychotherapeut wurde ihm entzogen. Cohen hat enge Verbindungen zu Paul Cameron, der seinerseits wegen unethischer Methoden einen traurigen Ruf genießt: "This is insane!" Siehe 2teiligen Mitschnitt:

Rachel Maddow Teil1

Rachel Maddow Teil2

und wir müssen gestehen: was Richard Cohen präsentiert ist wirklich peinlich. Junk Science ist was es ist: Junk Science. Als Grundlage zur Rechtfertigung zum Menschenmord ist es sogar teuflisch. (siehe auch: Leben Homosexuelle in Uganda wirklich so gefährlich?")

Wie man sieht sind wir nicht die einzigen, die darüber berichtet haben.

Quelle: www.boxturtlebulletin.com